Die Wüstung Kleistow (Kleistau) liegt südöstlich von Mellin im Heidau nicht weit entfernt vom ehemaligen Forsthaus Heidau. Im Ortslexikon der Altmark wird bemerkt, dass Kleistow urkundlich und in den Lehensbriefen derer von der Schulenburg nie erwähnt werde. Nun ja, so ganz richtig ist das nämlich nicht!

Die älteste, mir bekannte Erwähnung findet sich in den Bromer Gerichtsprotokollen im Jahr 1572. Hier werden die zum Bromer Gericht gehörten folgende Orte: Brome, Zicherie, Schürnau, Altendorf, Benitz, Nettgau, Tülau, Petzenau, Kleistow, Halb Massien, Sierau, zwei Kothhöfe vor dem Boldam. Auch wenn Kleistow, wie auch Petzenau, Massien und Sierau, damals wüst war, gehörte es dennoch zum Gerichtsbezirk Brome. Tatsächlich lag Kleistow damals auf lüneburgischem Territorium!

Im Jahr 1661 berichtete der Knesebecker Amtmann Wilhelm Schultze nach Celle:

Eine wüeste Veldtmarck woselbst vor Alters ein Dorff gestanden, Klestow geheißen, Dauon kömbt nichtes auff.

Nach Schultze hat dort einmal ein Dorf gestanden, das Klestow hieß. Im Jahr 1661 kamen von dieser wüsten Feldmark keine Abgaben rein.

Auf der Karte von Strauß aus dem Jahr 1688 ist die wüste Feldmark Kleistow eingezeichnet:

Am linken Rand dieses Kartenausschnitts ist Kleistow (geschrieben als Klestow) zu sehen. Die gepunktete braune Linie markiert die damalige Landesgrenze. Kleistow lag auf lüneburgischem Territorium und die von Bartensleben zu Wolfsburg und Brome hatten es als Lehen. Links unten liegt Mellin, rechts unten Brome. Hinweis zur Karte: Die Karte ist nicht eingenordet!

Der Grenzverlauf im Bromer Bogens ist nach der Strauß´schen Karte wie folgt markiert: großer Stein an der Ohre, Bromer Riet, Wolfskuhle, Steinhaufen vor dem Melliner Busch, Malhügel vor dem Kleistow, Malhügel vor dem Dönitzer Busch, Malhügel südwärts des Weges Brome-Mellin, Serausche Riet, Ohre.

Eine weitere Erwähnung Kleistows ist im Vertrag von Wallstawe aus dem Jahr 1692 zu finden. Damals wurde die Grenze der Altmark beginnen von Arendsee bis nach Zicherie festgelegt. Dabei wurden auch Gebiete ausgetauscht. So kamen die Dörfer halb Voitze, Wiswedel, Ehra, Lessien, Grußendorf und Stüde zu Lüneburg. Nettgau und die wüsten Feldmarken Gladdenstedt, Massien und Kleistow wurden an Brandenburg übergeben.