Johann Heinrich Friedrich Böse wurde am 11. September 1810 als Sohn des Zimmermeisters und Grundsitzers Johann Christoph Böse (1783-1840) und dessen Ehefrau Catharina Marie geb. Meyer (1784-1850) in Brome geboren. Die Familie Böse war eine Grundsitzerfamilie in der Nähe der Bromer Burg. Heute hat das ehemalige Wohnhaus der Familie die Adresse Salzwedeler Straße 2.
Die adeligen Grundsitzer wurde dort um 1775 angesiedelt. Weitergehende Informationen dazu wird es in der Sonderausstellung zu der Entwicklung rund um das Junkerende ab April 2026 im Museum Burg Brome geben.
Das Besondere an Zimmermeister Heinrich Böse ist, dass bis heute Gebäude stehen, die ihm eindeutig zugeordnet werden können. So z.B. das Haus Dorfstraße 13 in Benitz sowie einige Gebäude in Brome, Wiswedel und Zicherie.
Hier nun zwei Beispiele für Gebäude, die von Zimmermeister Böse in Wiswedel errichtet wurden. Das erste Gebäude ist die Tordurchfahrt des Hofes Richter (früher Bratze).


Auf dem Foto ist die Inschrift eindeutig zu lesen:
Johann Heinrich Christoph Bratze Anne Marie Dorothe Behne
Errichtet den 8. Mai 1868
Rechts über der Malerei steht:
An Gottes Segen ist alles gelegen.
Die Malerei zeigt einen Ackermann, der mit zwei Pferden den Acker pflügt. Darauf steht das Wort „Gastwirtschaft“.
Auf dem Balken darunter hat sich der Zimmermeister persönlich verewigt:
Zimmermeister H. Böse
Der Erbauer Johann Heinrich Christoph Bratze (1815-1890) war Krüger und Ackermann. Er heiratete am 13. November 1840 Anne Marie Dorothe Behne (1815-1894). Sie war eine uneheliche Tochter von Anne Margarete Behne. Sie errichtete am 8. Mai 1868 die Tordurchfahrt zum Dorfplatz hin.
Sein Vater Christoph Behne (1789-1842) erbaute zusammen mit seiner Ehefrau Catharina Sophie geb. Knoke (1790-1868) im Jahr 1826 das Niedersachsenhaus, welches im Hintergrund des Fotos zu sehen ist und heute noch steht.
Die historische Toreinfahrt wurde um 1980 abgebaut und durch einen Neubau ersetzt. Das historische Gebälk ist derzeit eingelagert.
Das zweite Beispiel ist das Querdielenhaus Boitzenhagener Str. 1, das heute unter Denkmalschutz steht. Die damalige Schülerin Ilse Semmler hat Anfang der 1950er Jahre die Balkeninschrift abgeschrieben:
Fang dein Werk mit Jesu an, Jesus hat´s in Händen. Jesum ruf um Beistand an, er wird´s vollenden. Steh mit Jesu Morgens auf, geh mit Jesu schlafen. Führ mit Jesum deinen Lauf. Laß Jesum schaffen.
Johann Heinrich Behne
Elisabeth g. Hoppe
Errichtet den 30 April 1858 ZM Heinrich Böse
Der Ackermann und Ortsvorsteher von Wiswedel, Johann Heinrich Christoph Behne wurde am 4. September 1824 geboren und verstarb am 29. November 1882. Er war verheiratet mit Anne Marie Dorothe Elisabeth geb. Hoppe (geb. 25. Januar 1821 in Zasenbeck gest. 27. Februar 1889 in Wiswedel).
Sowohl die Tordurchfahrt des Hofes Richter als auch das Niedersachsenhaus des Hofes Behne wurden vom Bromer Zimmermeister Heinrich Böse errichtet.
Weitere Funde zu Häusern, die von Zimmermeister Heinrich Böse erbaut wurden, werden wir dann in der Sonderausstellung ab April 2026 im Museum Burg Brome präsentieren.









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