Bromer Geschichte

Ein Blog des Museums- und Heimatvereins Brome e.V.

Zimmermeister Heinrich Böse (1810-1882)

Johann Heinrich Friedrich Böse wurde am 11. September 1810 als Sohn des Zimmermeisters und Grundsitzers Johann Christoph Böse (1783-1840) und dessen Ehefrau Catharina Marie geb. Meyer (1784-1850) in Brome geboren. Die Familie Böse war eine Grundsitzerfamilie in der Nähe der Bromer Burg. Heute hat das ehemalige Wohnhaus der Familie die Adresse Salzwedeler Straße 2.

Die adeligen Grundsitzer wurde dort um 1775 angesiedelt. Weitergehende Informationen dazu wird es in der Sonderausstellung zu der Entwicklung rund um das Junkerende ab April 2026 im Museum Burg Brome geben.

Das Besondere an Zimmermeister Heinrich Böse ist, dass bis heute Gebäude stehen, die ihm eindeutig zugeordnet werden können. So z.B. das Haus Dorfstraße 13 in Benitz sowie einige Gebäude in Brome, Wiswedel und Zicherie.

Hier nun zwei Beispiele für Gebäude, die von Zimmermeister Böse in Wiswedel errichtet wurden. Das erste Gebäude ist die Tordurchfahrt des Hofes Richter (früher Bratze).

Ausschnitt aus einer Postkarte von Wiswedel. Rechts unter dem gemalten Bild ist eindeutig „Zimmermeister Böse“ zu lesen. Es handelt sich um die Toreinfahrt zum Hof Richter (früher: Bratze).
Tordurchfahrt vor dem Abbau (um 1980)

Auf dem Foto ist die Inschrift eindeutig zu lesen:

Johann Heinrich Christoph Bratze Anne Marie Dorothe Behne

Errichtet den 8. Mai 1868

Rechts über der Malerei steht:

An Gottes Segen ist alles gelegen.

Die Malerei zeigt einen Ackermann, der mit zwei Pferden den Acker pflügt. Darauf steht das Wort „Gastwirtschaft“.

Auf dem Balken darunter hat sich der Zimmermeister persönlich verewigt:

Zimmermeister H. Böse

Der Erbauer Johann Heinrich Christoph Bratze (1815-1890) war Krüger und Ackermann. Er heiratete am 13. November 1840 Anne Marie Dorothe Behne (1815-1894). Sie war eine uneheliche Tochter von Anne Margarete Behne. Sie errichtete am 8. Mai 1868 die Tordurchfahrt zum Dorfplatz hin.

Sein Vater Christoph Behne (1789-1842) erbaute zusammen mit seiner Ehefrau Catharina Sophie geb. Knoke (1790-1868) im Jahr 1826 das Niedersachsenhaus, welches im Hintergrund des Fotos zu sehen ist und heute noch steht.

Die historische Toreinfahrt wurde um 1980 abgebaut und durch einen Neubau ersetzt. Das historische Gebälk ist derzeit eingelagert.

Das zweite Beispiel ist das Querdielenhaus Boitzenhagener Str. 1, das heute unter Denkmalschutz steht. Die damalige Schülerin Ilse Semmler hat Anfang der 1950er Jahre die Balkeninschrift abgeschrieben:

Fang dein Werk mit Jesu an, Jesus hat´s in Händen. Jesum ruf um Beistand an, er wird´s vollenden. Steh mit Jesu Morgens auf, geh mit Jesu schlafen. Führ mit Jesum deinen Lauf. Laß Jesum schaffen.
Johann Heinrich Behne
Elisabeth g. Hoppe
Errichtet den 30 April 1858 ZM Heinrich Böse

Der Ackermann und Ortsvorsteher von Wiswedel, Johann Heinrich Christoph Behne wurde am 4. September 1824 geboren und verstarb am 29. November 1882. Er war verheiratet mit Anne Marie Dorothe Elisabeth geb. Hoppe (geb. 25. Januar 1821 in Zasenbeck gest. 27. Februar 1889 in Wiswedel).

Sowohl die Tordurchfahrt des Hofes Richter als auch das Niedersachsenhaus des Hofes Behne wurden vom Bromer Zimmermeister Heinrich Böse errichtet.

Weitere Funde zu Häusern, die von Zimmermeister Heinrich Böse erbaut wurden, werden wir dann in der Sonderausstellung ab April 2026 im Museum Burg Brome präsentieren.

1682 – Die Klötzer mussten über Brome nach Wittingen fahren

Das Lüneburgische Amt Klötze in der benachbarten Altmark umfasste die Stadt Klötze, Kakerbeck, Lockstedt, Trippigleben, Breitenfelde (zur Hälfte), Röwitz, Kusey, das herrschaftliche Vorwerk Dönitz, die Försterei Gansau sowie den Krug Kickeritz. Das Amt Klötze war eine lüneburgische Exklave, die vollkommen von Brandenburg umschlossen war. Seit dem 14. Jahrhundert gehörte es zum Fürstentum Lüneburg und im Jahr 1815 an Preußen abgetreten.

Das Amt Klötze im Ämteratlas des Fürstentums Lüneburg von Johannes Mellinger (erschienen um 1600)

Wenn also die lüneburgischen Klötzer Untertanen in die nächste größere lüneburgische Stadt fahren wollten, dann mussten sie nach Wittingen, das zum Amt Knesebeck gehörte. Brome gehörte rechtlich nicht zum Amt Knesebeck, sondern war das eigenständige adelige Gericht Brome.

Das Amt Knesebeck – Brome und Fahrenhorst waren eigenständige adelige Gerichte und fehlen somit in dieser Karte von Johannes Mellinger (um 1600)

In einem Schreiben aus Celle vom 14. August 1682 wurde den Eingessenen des Amt Klötze mitgeteilt, dass sie, wenn sie nach Wittingen wollten, nicht den drei Meilen langen Weg quer durch die brandenburgische Altmark nehmen durften. Vielmehr wurden sie angewiesen, den Weg nach Brome zu nehmen, der nur eine Meile durch brandenburgisches Gebiet führt.

Der Klötze Weg von Brome über Immekath ist heute noch bekannt.

Zu finden ist diese Verfügung im Original im Landesarchiv Sachsen-Anhalt in Magdeburg unter der Signatur Da 40, Nr. 78.

Der Bromer Bürgermeister Peter Berckhan (1599/1602)

Über die Bromer Bürgermeister vor dem 19. Jahrhundert ist bisher wenig bekannt. Die älteste Erwähnung eines Bromer Bürgermeisters findet sich nach derzeitigem Kenntnisstand in den Gerichtsakten aus dem Jahr 1599. Damals wird Peter Berckhan als „Burgmeister zu Brohma“ erwähnt. Er trat als Zeuge in einer Eheberedung vor dem Bromer Gericht auf. Auch in weiteren Gerichtsverhandlungen in den folgenden Jahren tritt er immer wieder als Zeuge in Erscheinung, ohne dass jedoch in den Akten sein Bürgermeisteramt erwähnt wird. Wann er genau Bürgermeister war, lässt sich nicht feststellen. Auch steht nicht fest, wie er dieses Amt erlangt hat.

Ein zweites Mal wird er in den Bromer Gerichtsakten im Jahr 1602 als Bürgermeister erwähnt.  Am 18. April 1602 wurde in Altendorf ein gewisser Bartholomeus, ein Soldat aus Angermünde, ermordet. Der Bromer Bürgermeister Peter Berckhan, der namentlich nicht genannte Schulze von Altendorf sowie Carsten Lutte besichtigten den Toten und stellten fest, dass dieser vier Wunden am Arm hatte, die von einem Brotmesser verursacht worden waren. Des Weiteren fanden sie auch eine Wunde am Rücken, eine in der Brust und eine am Kinn. Die Mutter des Ermordeten forderte ein anständiges Begräbnis, was dann auch von Amtswegen in Altendorf umgesetzt wurde. Er wurde auf dem Altendorfer Kirchhof an der Mauer begraben. Der Täter ist in der Tatnacht unerkannt geflohen. Da die Gerichtsakten nichts mehr über den Täter oder den Mord berichten, ist davon auszugehen, dass er nie erfasst wurde.

Klar ist also, dass Peter Berckhan mindestens in den Jahren 1599 und 1602 Bürgermeister war. Vielleicht finden wir zukünftig in anderen Akten noch genauere Angaben zu seiner Amtszeit und seinen Aufgaben als Bürgermeister.

Um das Gedächtnis an diesen ältesten uns bekannten Bromer Bürgermeister am Leben zu halten, wäre es doch wünschenswert, zukünftig eine Straße, einen Platz oder einen Weg nach ihm zu benennen.

Hochzeitskarte von Selma Jordan und Willy Pohlmann aus Benitz

In dem postalischen Nachlass der Familie Jordan aus Wendischbrome ist ein Zufallsfund zu Tage getreten – die handgeschrieben Einladung zur Hochzeit von Selma Jordan und Willy Pohlmann aus dem Jahr 1936.

Der Text der Einladungskarte lautet:

Hermann Jordan u Frau u Sohn Hermann

laden wir zu unserer am Sonnabend den 4. Juli in Braunschweig stattfindenden Hochzeitsfeier freundlichst ein. Die Trauung findet um 2 Uhr in der Paulikirche statt, die Feier im Börsenlokal in Braunschweig. Gemeinsame Abfahrt zur Trauung 10 min. vor 2 Uhr vom Börsenlokal.

Treffpunkt eine halbe Stunde vorher daselbst.

Benitz, im Juni 1936    Selma Jordan Willy Pohlmann

Um baldige Antwort wird gebeten, da das Lokal es verlangt.

Handgeschriebene Einladungskarte von Selma Jordan und Willy Pohlmann an die Familie des Wendischerbomer Gastwirts Hermann Jordan

Eingeladen wurden mit dieser Karte der Wendischbromer Gastwirt Hermann Jordan (1875-1953), seine Frau Frieda, geb. Kamieth (1892-?) sowie ihr Sohn Hermann Jordan (1911-?). Ihre beiden jüngeren Kinder Anneliese (1921-2000) und Hans-Werner (1928-1944) waren nicht mit eingeladen. Die Trauung fand nicht in der Bromer Kirche, sondern in der Sankt Pauli Kirche in Braunschweig statt, die nachfolgende Hochzeitsfeier im Börsenlokal in Braunschweig.

Die Hochzeit fand in Braunschweig statt, da die Eltern der Eheleute nicht mit der Eheschließung einverstanden waren. Selmas Eltern hatten für sie einen wesentlich älteren Mann ausgesucht, was sie aber nicht wollte.

Nach der Trauung lebte das Ehepaar Pohlmann noch eine Zeit in Braunschweig. Doch auch nach ihrer Rückkehr nach Benitz war das Verhältnis zwischen dem Ehepaar und Selmas Eltern sehr schwierig und es hat lange gedauert, bis sie sich wieder vertagen haben.

Selma Pohlmann, geb. Jordan war die Erbin der Gast in Benitz. Hier eine Postkarte mit der Gastwirtschaft Jordan, später dann Gastwirtschaft Pohlmann:

Postkarte von Benitz (um 1928) – oben links die Gastwirtschaft Jordan, später Gastwirtschaft Pohlmann
Postkarte von Benitz mit der Gastwirtschaft Pohlmann (oben links und rechts) – vermutlich 1960er Jahre

Das Grab der Eheleute Pohlmann befindet sich auf dem Benitzer Friedhof:

Weihnachten 1921

In August Busses Fotoalbum sind einige datierte und undatierte Weihnachtsfotos zu finden. Zu Weihnachten 1917 gibt es bereits seit Längerem einen Blogbeitrag.

Eine Aufnahme ist auf das Jahr 1921 datiert. Zu erkennen sind sieben Personen. Der auf dem Sofa sitzende Mann mit der Brille ist Klempnermeister Ferdinand Busse sen. (1863-1939). Rechts neben ihm ist sein Elektromeister Ferdinand Busse jun. (*1891-?) zu erkennen. Er fasst seinem Kind Ferdinand an die Hand. Daneben sitzt seine Ehefrau. Bei dem Mann rechts im Hintergrund könnte es sich um August Busse (1899-1965) handeln, einem weiteren von Sohn Ferdinand Busse sen. .

Weihnachten 1921 bei Familie Busse in Brome. Der Weihnachtsbaum ist reich geschmückt und steht auf einem aufziehbaren, sich drehenden Weihnachtsbaumständer. Der gleiche Ständer ist auch auf dem Foto von Weihnachten 1917 zu erkennen.

Interessant sind die Bilder an der Wand. Oben links hängt das gerahmte Gruppenfoto von 1897 zum 25jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Brome, rechts daneben eine Urkunde über die Anerkennung für langjährigen Dienst (evtl. 25 Jahre) in der Freiwilligen Feuerwehr Brome ausgestellt vom Vorstand des Feuerwehrverbandes der Provinz Hannover.

Gruppenaufnahme zum 25jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Brome (1897)
Urkunde über die Anerkennung über 25jährigen Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr für Louis Steffens (Brome). Eine solche Urkunde hing, wohl auf den Namen von Ferdinand Busse sen. ausgestellt, an der Wand im Wohnzimmer. Ferdinand Busse sen. war langjähriger Hornist in der Freiwilligen Feuerwehr Brome.

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