Ein Blog des Museums- und Heimatvereins Brome e.V.

Autor: Jens Winter (Seite 1 von 29)

Der Bromer Bürgermeister Peter Berckhan (1599/1602)

Über die Bromer Bürgermeister vor dem 19. Jahrhundert ist bisher wenig bekannt. Die älteste Erwähnung eines Bromer Bürgermeisters findet sich nach derzeitigem Kenntnisstand in den Gerichtsakten aus dem Jahr 1599. Damals wird Peter Berckhan als „Burgmeister zu Brohma“ erwähnt. Er trat als Zeuge in einer Eheberedung vor dem Bromer Gericht auf. Auch in weiteren Gerichtsverhandlungen in den folgenden Jahren tritt er immer wieder als Zeuge in Erscheinung, ohne dass jedoch in den Akten sein Bürgermeisteramt erwähnt wird. Wann er genau Bürgermeister war, lässt sich nicht feststellen. Auch steht nicht fest, wie er dieses Amt erlangt hat.

Ein zweites Mal wird er in den Bromer Gerichtsakten im Jahr 1602 als Bürgermeister erwähnt.  Am 18. April 1602 wurde in Altendorf ein gewisser Bartholomeus, ein Soldat aus Angermünde, ermordet. Der Bromer Bürgermeister Peter Berckhan, der namentlich nicht genannte Schulze von Altendorf sowie Carsten Lutte besichtigten den Toten und stellten fest, dass dieser vier Wunden am Arm hatte, die von einem Brotmesser verursacht worden waren. Des Weiteren fanden sie auch eine Wunde am Rücken, eine in der Brust und eine am Kinn. Die Mutter des Ermordeten forderte ein anständiges Begräbnis, was dann auch von Amtswegen in Altendorf umgesetzt wurde. Er wurde auf dem Altendorfer Kirchhof an der Mauer begraben. Der Täter ist in der Tatnacht unerkannt geflohen. Da die Gerichtsakten nichts mehr über den Täter oder den Mord berichten, ist davon auszugehen, dass er nie erfasst wurde.

Klar ist also, dass Peter Berckhan mindestens in den Jahren 1599 und 1602 Bürgermeister war. Vielleicht finden wir zukünftig in anderen Akten noch genauere Angaben zu seiner Amtszeit und seinen Aufgaben als Bürgermeister.

Um das Gedächtnis an diesen ältesten uns bekannten Bromer Bürgermeister am Leben zu halten, wäre es doch wünschenswert, zukünftig eine Straße, einen Platz oder einen Weg nach ihm zu benennen.

Hochzeitskarte von Selma Jordan und Willy Pohlmann aus Benitz

In dem postalischen Nachlass der Familie Jordan aus Wendischbrome ist ein Zufallsfund zu Tage getreten – die handgeschrieben Einladung zur Hochzeit von Selma Jordan und Willy Pohlmann aus dem Jahr 1936.

Der Text der Einladungskarte lautet:

Hermann Jordan u Frau u Sohn Hermann

laden wir zu unserer am Sonnabend den 4. Juli in Braunschweig stattfindenden Hochzeitsfeier freundlichst ein. Die Trauung findet um 2 Uhr in der Paulikirche statt, die Feier im Börsenlokal in Braunschweig. Gemeinsame Abfahrt zur Trauung 10 min. vor 2 Uhr vom Börsenlokal.

Treffpunkt eine halbe Stunde vorher daselbst.

Benitz, im Juni 1936    Selma Jordan Willy Pohlmann

Um baldige Antwort wird gebeten, da das Lokal es verlangt.

Handgeschriebene Einladungskarte von Selma Jordan und Willy Pohlmann an die Familie des Wendischerbomer Gastwirts Hermann Jordan

Eingeladen wurden mit dieser Karte der Wendischbromer Gastwirt Hermann Jordan (1875-1953), seine Frau Frieda, geb. Kamieth (1892-?) sowie ihr Sohn Hermann Jordan (1911-?). Ihre beiden jüngeren Kinder Anneliese (1921-2000) und Hans-Werner (1928-1944) waren nicht mit eingeladen. Die Trauung fand nicht in der Bromer Kirche, sondern in der Sankt Pauli Kirche in Braunschweig statt, die nachfolgende Hochzeitsfeier im Börsenlokal in Braunschweig.

Die Hochzeit fand in Braunschweig statt, da die Eltern der Eheleute nicht mit der Eheschließung einverstanden waren. Selmas Eltern hatten für sie einen wesentlich älteren Mann ausgesucht, was sie aber nicht wollte.

Nach der Trauung lebte das Ehepaar Pohlmann noch eine Zeit in Braunschweig. Doch auch nach ihrer Rückkehr nach Benitz war das Verhältnis zwischen dem Ehepaar und Selmas Eltern sehr schwierig und es hat lange gedauert, bis sie sich wieder vertagen haben.

Selma Pohlmann, geb. Jordan war die Erbin der Gast in Benitz. Hier eine Postkarte mit der Gastwirtschaft Jordan, später dann Gastwirtschaft Pohlmann:

Postkarte von Benitz (um 1928) – oben links die Gastwirtschaft Jordan, später Gastwirtschaft Pohlmann
Postkarte von Benitz mit der Gastwirtschaft Pohlmann (oben links und rechts) – vermutlich 1960er Jahre

Das Grab der Eheleute Pohlmann befindet sich auf dem Benitzer Friedhof:

Weihnachten 1921

In August Busses Fotoalbum sind einige datierte und undatierte Weihnachtsfotos zu finden. Zu Weihnachten 1917 gibt es bereits seit Längerem einen Blogbeitrag.

Eine Aufnahme ist auf das Jahr 1921 datiert. Zu erkennen sind sieben Personen. Der auf dem Sofa sitzende Mann mit der Brille ist Klempnermeister Ferdinand Busse sen. (1863-1939). Rechts neben ihm ist sein Elektromeister Ferdinand Busse jun. (*1891-?) zu erkennen. Er fasst seinem Kind Ferdinand an die Hand. Daneben sitzt seine Ehefrau. Bei dem Mann rechts im Hintergrund könnte es sich um August Busse (1899-1965) handeln, einem weiteren von Sohn Ferdinand Busse sen. .

Weihnachten 1921 bei Familie Busse in Brome. Der Weihnachtsbaum ist reich geschmückt und steht auf einem aufziehbaren, sich drehenden Weihnachtsbaumständer. Der gleiche Ständer ist auch auf dem Foto von Weihnachten 1917 zu erkennen.

Interessant sind die Bilder an der Wand. Oben links hängt das gerahmte Gruppenfoto von 1897 zum 25jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Brome, rechts daneben eine Urkunde über die Anerkennung für langjährigen Dienst (evtl. 25 Jahre) in der Freiwilligen Feuerwehr Brome ausgestellt vom Vorstand des Feuerwehrverbandes der Provinz Hannover.

Gruppenaufnahme zum 25jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Brome (1897)
Urkunde über die Anerkennung über 25jährigen Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr für Louis Steffens (Brome). Eine solche Urkunde hing, wohl auf den Namen von Ferdinand Busse sen. ausgestellt, an der Wand im Wohnzimmer. Ferdinand Busse sen. war langjähriger Hornist in der Freiwilligen Feuerwehr Brome.

Flugzeuglandungen bei Brome (um 1915/1916)

In dem Fotoalbum von August Busse finden sich zwei interessante Aufnahmen zu Flugzeuglandungen bei Brome, die leider undatiert sind. Vermutlich sind die Fotos 1915/1916 entstanden.

Auf dem einen Foto ist eine LVG B I zu sehen. Die LVG B-Typen der Luftverkehrsgesellschaft (LVG) waren zweisitzige Aufklärungs- und Schulflugzeuge der deutschen Luftstreitkräfte. Entwickelt wurde die LVG B I im Jahr 1912 und wurde dann in den Jahren 1913/14 in großer Stückzahl produziert. Die LVG B I diente v.a. als Schulungsflugzeug, wurde aber auch als Aufklärungsflugzeug an der Front im 1. Weltkrieg verwendet.

Diese LVG B I landete bei Brome. Rechts neben der Schutzscheibe ist der Bromer Elektromeister Ferdinand Busse zu sehen. Die anderen Personen sind bisher unbekannt. Vermutlich landete die Maschine während eines Schulungsfluges bei Brome.

Auf dem zweiten Foto in August Busses Fotoalbum ist eine Albatros B II-1 zu erkennen. Die Albatros B II war ein deutsches Militärflugzeug, das u.a. von den deutschen Luftstreitkräften eingesetzt wurde. Es wurde 1914 als Weiterentwicklung der Albatros BI entworfen. Bis 1915 wurde dieser Flugzeugtyp als unbewaffneter Aufklärer im 1. Weltkrieg eingesetzt. Wegen der hervorragenden Flugeigenschaften wurde die Albatros B II bis zum Ende des 1. Weltkrieges als Schulungsflugzeug weiterhin eingesetzt. Vermutlich landete sie während eines Schulungsfluges in Brome.

Albatros B II-1
Zahlreiche Zuschauer versammelten sich bei der in der Bromer Feldmark gelandeten Albatros B II-1.

Foto vor der Gastwirtschaft „Zur grünen Eiche“ in Tülau (um 1930)

Im Archiv des Museums Burg Brome ist ein Foto zu finden, dass um 1930 vor der Gaststätte „Zur grünen Eiche“ in Tülau aufgenommen wurde. Der Anlass für das Foto ist nicht überliefert. Auch wissen wir bisher nur von zwei Personen die Namen: In der vorderen Reihe als dritter von rechts sitzt Wachtmeister Grünhagen. Als dritter von rechts steht Lehrer Brandt.

Wer noch Namen und weitere Informationen zum Foto beitragen kann, melde sich bitte beim MHV Brome!

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