Bromer Geschichte

Ein Blog des Museums- und Heimatvereins Brome e.V.

Regulierung von Spinnstuben (1859)

In den vergangenen Jahrhunderten haben die Frauen sind an langen, kalten Winterarbenden in einem Haus getroffen, um den Abend mit geselligen Handarbeiten zu verbringen. Neben dem Spinnen von Flachs und Wolle wurde z.B. auch gestickt. Die Orte der Spinnstube wechselten unter den teinehmenden Frauen.

Die Spinnstuben sind für unsere Gegend leider sehr schlecht dokumentiert, denn es existieren keine Aufzeichnungen darüber. Auch gibt es nur sehr wenige Fotos, da in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg ein Fotoapparat hier auf dem Land ein großer Luxus war und damit diese Technologie von Privatleuten nur wenig genutzt wurde. Eine seltene Fotografie stammt aus Wendischbrome, aufgenommen vermutlich in den 20er oder 30er Jahren des 20. Jahrhunderts von einem uns unbekannten Fotografen.

Spinnstube in Wendischbrome, vermutlich 20er oder 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Deutlich zu sehen sind zwei Spinnräder, an denen Flachs versponnen wurde. Leider kennen wir die Namen der abgebildeten Personen nicht. Die Aufnahme stammt aus dem Fotoalbum von Hermann Winter (Wendischbrome).

Anscheinend haben in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Spinnstuben nicht immer den moralischen Ansprüchen der damaligen Zeit genügt, weshalb der Isenhagener Landrat dem Bromer Bürgermeister Stampehl einen Brief mit den Regeln für Spinnstuben, datiert auf den 1. August 1859, übersandt hat. Darin heißt es:

Bei Strafe bis 1 Reichsthaler müssen die sogenannten Spinnstuben Abends 10 Uhr geschlossen sein, sie dürfen nicht von Mannespersonen, welche nicht dem Versammlungshause angehören bei gleicher Strafe besucht werden und Hauswirthe, welche die Uebertretung dieser landdrosteilichen Bestimmung gestatten, unterliegen derselben Strafe.

Bei Rückfällen und wenn die obigen Verbote bei verschlossenen Haus- und Stubenthüren übertreten werden, kann die Strafe verdoppelt werden.

Die Ortsvorsteher haben die Befolgung dieser Verbote einzuschärfen und dahin zu sehen, daß nicht dawider gehandelt wird, sie haben hier anzuzeigen wer keine Folge leistet.

Isenhagen am 1. August 1859.

Königliches Amt

[Unterschrift]

Archiv Museum burg brome Ja34e

Es wurde also am August 1859 geregelt, dass Spinnstuben nur bis 22 Uhr dauern durften. Außerdem durften keine Männer, die nicht dem Haushalt der Gastgeberin angehörten, die Spinnstube betreten. Auch durften die Türen nicht abgeschlossen werden. Den Ortsvorstehern wurde auch mit auf den Weg gegeben, die Regelung in ihrem Ort zu überprüfen – also polizeiliche Aufgaben wahrzunehmen.

Diese Regelung aus dem Jahr 1859 erscheint uns heute doch sehr antiquiert und zeigt, dass damals anderen moralische Vorstellungen gegolten hatten als heute.

Eröffnung des Museums Burg Brome am 13. November 1979

Am 13. November 1979 wurde das Museum Burg Brome öffiziell eröffnet. Nach dem Besuch des Museums durch die geladenen Gäste fand eine Festveranstaltung mit anschließendem Buffet im Michaelisheim in Brome statt. Das Michaelisheim war damals ein gängiger Ort für Veranstaltungen, was es damals keinen größeren Raum für Empfänge in Brome gab.

Die Feierstunde dauerte insgesamt fast 90 Minuten und von den Redebeiträgen wurde mittels Kassette Mitschnitte hergestellt. Eine Audiokassette dieser Veranstaltung haben wir aus dem Nachlass des Museumsgründers Fritz Boldhaus bekommen und nun digitalisiert, damit auch zukünftige Generationen dieses für Brome so wichtige Ereignis auch hören können.

Hier nun die Rede von Fritz Boldhaus bei der Feierstunde zur Eröffnung des von ihm begründeten Museums, das er von 1979 bis 1999 leitete. Leider war die Rede am Ende der ersten Seite der Kassette, sodass einige Sekunden fehlen.

Des Mittelstandes Not und des Mittelstandes Hilfe (11. Januar 1913)

Ein Neuzugang in unserem Archiv ist dieser Werbezettel für eine Veranstaltung des „Niedersächsischen Schutzverbandes für Handel und Gewerbe“. Unter dem Titel „Des Mittelstandes Not und des Mittelstandes Hilfe“ warb der Zettel für eine öffentliche Versammlung im Gasthof Adolf Remmler (heutiger Remmler-Hof) am 11. Januar 1913. Während der Veranstaltung sollten die brennendsten Tagesfragen diskutiert werden, wie z.B. „Errichtung von Submissionsämtern zur Durchführung des angemessenen Preises“ oder das „Reichs-Petroleum-Monopol“. Diese Themen mögen sicherlich vor über 100 Jahre eine Rolle gespielt haben, uns sind sie heute auf jeden Fall sehr fremd.

Teilnehmen sollten v.a. selbständige Gewerbetreibende. Der Veranstalter betont, dass die Veranstaltung mit politischen Parteien und Wahlen nichts zu tun habe.

Insgesamt möchte der Schutzverband auf sich aufmerksam machen und Mitglieder gewinnen, so ist dem letzten Absatz zu entnehmen. Denn der Schutzverband bestand sich als Berufsorganisation des Mittelstandes.

Leider lassen sich über diesen Schutzverband im Internet keine tiefgründigen Informationen finden, so dass über Ziele, Zwecke und Geschichte keine Aussagen getroffen werden können.

Der Bromer Bahnhof in einer Folge „Löwenzahn“ (1986)

In der Folge 58 der beliebten Kinderserie „Löwenzahn“ mit dem Titel „Wasser hat viele Gesichter“, die am 22. Juni 1986 zum ersten Mal gesendet wurde, ist der Bromer Bahnhof zu sehen. Peter Lustig ist auf der Suche nach Wasser und kommt schließlich zum Bromer Bahnhof, wo er den sogenannten Wasserkran findet, mit dem früher einmal Dampfloks befüllt wurden. Peter dreht am Rad und wird nach kurzer Zeit von oben bis unten vom starken Wasserstrahl begossen.

Dann steigt er auf eine Dampflok, die im andern Gleis steht, dreht hier am Dampfhebel und fährt mit der Dampflok Richtung Wittingen ab.

Ab Minute 7:13 ist der Bromer Bahnhof zu sehen. Eine sehenswerte Folge – nicht nur für historisch Interessierte!

„Wasser hat viele Gesichter“ – Erstausstrahlung am 22. Juni 1986. Ab Minute 7:13 ist der Bromer Bahnhof zu sehen.
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