Die gräflich-schulenburgsche Försterei im Ehraer Holz existiert heute nicht mehr. Nur einige Fotos erinnern noch an die Gebäude, die einst dort am der Wegekreuzung nach Ehra-Bergfeld-Kiebitzmühle standen. Wann genau die Försterei das erste Mal erwähnt wurde, konnte wir bisher nicht herausfinden. Auch nicht, wann die Försterei abgerissen wurde.
Wer nähere Informationen oder gar noch Fotos hat, möge sich an den MHV Brome wenden.
Ausschnitt aus einer Karte aus dem Gräflichen Archiv Nordsteimke (Nr. 840) aus dem Jahr 1750. Ein Forsthaus ist im Ehraer Holz nicht eingezeichnet. Vermutlich wurde dieses nach 1750 errichtet.Die gräfliche Försterei auf einem historischen Messtischblatt (oranger Kreis) an der Kreuzung der Weg nach Ehra, Kiebitzmühle und Bergfeld.Gräfliche Försterei im Ehraer HolzWohngebäude der Försterei vor dem Abriss (undatiert)Wohngebäude von der Giebelseite gesehen (undatiert)Nebengebäude (undaiert)Nebengebäude (undatiert)Abriss des Wohnhauses (undatiert)
Fotografien und Postkarten aus Croya sind im Archiv des Museum Burg Brome nur spärlich vorhanden. Die hier gezeigte Postkarte stammt aus dem Jahr 1908 und zeigt Gebäude, die in dieser Form heute nicht mehr existieren.
Die Gastwirtschaft Wienecke wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erheblich verändert: Der Stallteil des Wohnhauses wurde verkürzt, der ursprüngliche Hauseingang von der Vorderseite auf die nördliche Giebelseite verlegt und der Bereich der ehemaligen Toreinfahrt zu Wohnraum umgebaut.
Die Stärkefabrik Croya blickte auf eine über achtzigjährige Geschichte zurück: 1884 gegründet, wurde sie 1965 an die Dr. Oetker KG verkauft. Kurz darauf stellte die Fabrik ihren Betrieb ein, die Gebäude wurden abgerissen.
Die neue Schule entstand in den Jahren 1907/08 – zur selben Zeit, als die Postkarte aufgenommen wurde. Nach ihrer Schließung im Jahr 1972 wurde auch der markante Dachturm abgetragen.
Die Geschichte der Burg Brome ist untrennbar mit der Familie Jaeger verbunden. Eine besondere Rolle spielte dabei Ferdinand Jaeger, der über Jahrzehnte als Landvoigt, also als Verwalter der Burg, tätig war.
Ein Mann aus Rammelsberg
Ferdinand Jaeger wurde am 30. April 1826 in Rammelsberg geboren. Seine berufliche Karriere führte ihn nach Brome, wo er sich als Landvoigt einen Namen machte. Als Verwalter der Burg war er eine Schlüsselfigur bei der Administration und Verwaltung dieser bedeutenden Liegenschaft. Über Jahrzehnte hindurch widmete sich Jaeger dieser anspruchsvollen Aufgabe, bis er am 16. Januar 1895 in Brome starb – ein Leben im Dienste der Burg und der dazugehörigen Ländereien.
Familie und Nachfolge
Am 16. November 1854 heiratete Ferdinand die Kaufmannstochter Emilie Friederieke Beyer (1828–1900). Aus dieser Ehe gingen mindestens zwei Söhne hervor. Der Sohn Robert, geboren am 23. September 1868 in Brome, trat in die Fußstapfen seines Vaters: Er wurde als Forstmeister auf der Burg Brome sein Nachfolger und führte somit die Familientradition fort. Robert verstarb am 12. Februar 1943 in Hasserode. Ein weiterer Sohn, Ludwig (1863–1937), wurde neben seinen Eltern auf der Familiengrabstätte in Brome beigesetzt.
Landvoigt Ferdinand Jaeger (1826-1895)Emilie Jaeger (1828-1900)
Das Erbe auf dem Bromer Friedhof
Noch heute ist die Familie Jaeger auf dem Bromer Friedhof präsent. Die Grabstelle der Familie ist bis in die Gegenwart erhalten geblieben. Dort ruhen Landvoigt Ferdinand Jaeger, seine Ehefrau Emilie und vermutlich sein Sohn Ludwig Jaeger. Ein besonderes Zeugnis ihres Angedenkens ist ein wunderschöner schmiedeeiserner Zaun, der die Grabstelle umgibt – angefertigt von der Bromer Schlosserei Junge. Dieser kunstvolle Zaun mit seinem feinen Dekor zeigt noch heute die Handwerkskunst früherer Zeiten.
Die Geschichte der Familie Jaeger ist ein wichtiger Bestandteil der lokalen Geschichte Bromes. Sie zeigt, wie einzelne Familien über Generationen hinweg an der Verwaltung und Entwicklung der Region mitwirkten.
In einem vorherigen Blogbeitrag haben wir bereits über die Verlagerung des Bromer Bahnhofs nach Osten und den damit verbundenen Boykott der Gemeinde Ehra berichtet. Nun widmen wir uns dem im Jahr 1909 eröffneten Bromer Bahnhof.
Die Kleinbahn Wittingen–Oebisfelde wurde am 15. September 1909 auf der Strecke Wittingen bis Brome eröffnet und am 20. November 1909 bis zum Endpunkt Oebisfelde Nord verlängert.
Viele Bahnhöfe dieser Strecke sind auf historischen Ansichtskarten dokumentiert. In diesem Beitrag präsentieren wir Ansichtskarten vom Bromer Bahnhof aus den Anfangsjahren bis in die 1930er Jahre, die im Archiv Museum Burg Brome aufbewahrt werden.
Ansichtskarte des Kaiserlichen Postamts und des Bromer Bahnhofs (1911)Ansichtskarte des Bromer Bahnhofs (1912)Ansichtskarte des Bromer Bahnhofs (1914)Ansichtskarte des Bromer Bahnhofs (1915) – Der Eingang ins Gebäude wurde bereits durch einen aus Fachwerk gebauten Windfang ergänzt.Ansichtskarte des Bromer Bahnhofs (1937) – Der Lagerraum an der Nordseite wurde zwischenzeitlich erweitert.
Die Projektierung der Bahnstrecke Wittingen-Oebisfelde war nach der Jahrhundertwende ein entscheidendes Infrastrukturprojekt für unseren Raum. Die Anliegergemeinden haben sich auch finanziell an diesem Infrastrukturprojekt beteiligt. Auch Ehra plante eine Beteiligung, aber es kam dann doch anders!
Der ursprüngliche Plan sah vor, dass die Bahnstrecke etwa 200 Meter westlich des ehemaligen Bromer Bahnhofs liegen sollte – also näher an Voitze und damit auch näher an Ehra. Doch dieser Plan wurde nach Einwänden der Gemeinde Brome und Altendorf revidiert, so dass der Bahnhof die erwähnten 200 Meter näher an Brome heranrückte. Dies konnte die Gemeinde Ehra nicht mittragen und beteiligte sich deshalb nicht an diesem Infrastrukturprojekt.
Hier Auszüge zu diesem Thema aus der Schulchronik Ehra eingetragen im Jahr 1905:
Eisenbahn Obisfelde-Wittingen
Der Plan, eine Kleinbahn von Obisfelde nach Wittingen zu bauen, scheint nun verwirklicht zu werden. Die dabei interessierten Ortschaften haben große Summen zum Garantiefonds gezeichnet, so daß der Bahnbau von dieser Bahn in finanzieller Hinsicht geführt ist. Ehra wird von dieser Bahn leider nicht den erhofften Nutzen haben, da der Bahnhof, der nach unserm Wunsche näher an Voitze liegen sollte, nun doch dicht beim s.g. Taterpfahl angelegt würde, so wollte die Gemeinde zum Garantiefonds 60000 M. zeichnen. Der Wunsch der Ehraer wurde nicht erfüllt. Der Bahnhof soll etwa 200 m westlich der Schröderschen Feldscheune angelegt werden. Die Ehraer wollten nun anfangs gänzlich zurücktreten, haben aber schließlich doch noch 40000 M. bewilligt.
Am Rande der Seite hat dann der damalige Lehrer Harms einen Nachtrag im November 1906 geschrieben:
Die Bahnlinie war bereits abgesteckt u. der Bahnhof 200 Meter diesseits der Schröderschen Scheune. Auf Betreiben der Gemeinden Brome u. Altendorf soll nun der Bahnhof 200 Meter näher nach Brome kommen. Die Ehraer haben darauf ihre Zinsgarantie ganz zurückgezogen.
Tatsächlich lässt sich die Verlegung der Strecke im Nivellement-Buch des Planers Ingenieur Bruns erkennen. Im Nivellement-Buch wurde die Strecke mit den dazugehörigen Grundstücken, Wegen und Straßen sowie mit den Höhenlinien eingezeichnet. Auf der rechten Seite ist die ursprüngliche Planung weiter westlich nach Voitze zu sehen. Sie sollte zwei Feldwege schneiden und dann auch die Landstraße von Brome Richtung Voitze.
Auf der linken Seite ist die neu geplante, näher an Brome liegende Trasse zu erkennen. Mit dem dort eingezeichneten Schuppen ist die Schrödersche Scheune gemeint. An dem einzeichneten Pfeil steht: 235 m von der alten Linie. Diese Verlegung führte dazu, dass die Gemeinde Ehra sich nicht finanziell am Bahnbau beteiligte.
Nivellement-Buch des Ingenieurs Bruns (Archiv Museum Burg Brome). Rechte Seite: ursprüngliche Planung – linke Seite: neue Planung näher an Brome
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