In dem Fotoalbum von August Busse finden sich zwei interessante Aufnahmen zu Flugzeuglandungen bei Brome, die leider undatiert sind. Vermutlich sind die Fotos 1915/1916 entstanden.
Auf dem einen Foto ist eine LVG B I zu sehen. Die LVG B-Typen der Luftverkehrsgesellschaft (LVG) waren zweisitzige Aufklärungs- und Schulflugzeuge der deutschen Luftstreitkräfte. Entwickelt wurde die LVG B I im Jahr 1912 und wurde dann in den Jahren 1913/14 in großer Stückzahl produziert. Die LVG B I diente v.a. als Schulungsflugzeug, wurde aber auch als Aufklärungsflugzeug an der Front im 1. Weltkrieg verwendet.
Deutsche Flieger vor einer LVG B I an der Westfront in der Nähe von ReimsDiese LVG B I landete bei Brome. Rechts neben der Schutzscheibe ist der Bromer Elektromeister Ferdinand Busse zu sehen. Die anderen Personen sind bisher unbekannt. Vermutlich landete die Maschine während eines Schulungsfluges bei Brome.
Auf dem zweiten Foto in August Busses Fotoalbum ist eine Albatros B II-1 zu erkennen. Die Albatros B II war ein deutsches Militärflugzeug, das u.a. von den deutschen Luftstreitkräften eingesetzt wurde. Es wurde 1914 als Weiterentwicklung der Albatros BI entworfen. Bis 1915 wurde dieser Flugzeugtyp als unbewaffneter Aufklärer im 1. Weltkrieg eingesetzt. Wegen der hervorragenden Flugeigenschaften wurde die Albatros B II bis zum Ende des 1. Weltkrieges als Schulungsflugzeug weiterhin eingesetzt. Vermutlich landete sie während eines Schulungsfluges in Brome.
Albatros B II-1Zahlreiche Zuschauer versammelten sich bei der in der Bromer Feldmark gelandeten Albatros B II-1.
Bereits in einem früheren Blogbeitrag wurde über die Kriegsbegeisterung des Bromer Pastors Dr. Türnau berichtet. Nun haben wir dafür noch einen weiteren Beleg im Hauses Heling in Altendorf gefunden!
Am 2. August 1915 schrieb Pastor Dr. Türnau persönlich eine Postkarte an Hermann Heling, der im Reserve Infanterie Regiment 73 in der Reserve Maschinengewehr Kompanie mit dem Dienstgrad Gefreiter aktiver Soldat war. In derselben Kompanie diente auch sein Bruder Adolf Heling. Vermutlich haben damals alle aktiven Soldaten aus der Kirchengemeinde Brome-Altendorf diese Postkarte erhalten.
Die Postkarte wurde extra für die Soldaten gedruckt. Ausgeführt wurde der Druck vom Bromer Verleger und Buchhändler Wilhelm Süpke. Dass diese Postkarte extra als Feldpostkarte gedruckt wurde, lässt sich an zwei Aufdrucken erkennen: Zum einen ist über dem Adressfeld das Wort „Feldpostkarte“ bereits eingedruckt. Zum anderen findet sich oben auf der linken Seite der aufgedruckte Text:
Die Kirchengemeinde Brome-Altendorf grüßt ihre Söhne und Männer im Feld.
Auch einen persönlichen Gruß hat Pastor Türnau verfasst:
Herzlichen
Heimatgruß und
„Gott befohlen!“
sendet
Pastor Dr. Türnau
Links der handgeschriebene persönliche Gruß von Pastor Türnau, rechts die Adresse des Gefreiten Hermann Heling
Auf der Bildseite der Postkarte ist oben links ein von Pastor Dr. Türnau selbstgedichtes Gedicht zu lesen. Die beiden kolorierten Fotos zeigen die Altendorfer St. Pancratius-Kirche (links) und die Bromer Liebfrauenkirche (rechts). Das Foto der Bromer Kirche wurde vom ersten Stock des Pfarrhauses aufgenommen. Rechts weht eine Fahne (eventuell eine Reichsflagge) über dem heute nicht mehr existierenden Konfirmandensaal. Links am Bildrand ist der ebenfalls nicht mehr existierende Turm der Freiwilligen Feuerwehr Brome zu sehen.
Bis zum Bau der beiden Ohreseen gab es in Brome regelmäßig Hochwasser, besonders zur Zeit der Schneeschmelze. Das letzte bekannte Hochwasser war im Jahr 1969.
Schuhmachermeister Willi Mosel (1924-2001) war seit seiner Jugend ein begeisterter Fotograf. So hat er einige bedeutende Ereignisse der Bromer Geschichte fotografisch festgehalten. Das Hochwasser im Jahr 1940 hat er mit folgendem Foto dokumentiert:
Hochwasser in der Steimker Straße (genannt Wasserstraße) 1940
Vom Hochwasser im darauffolgenden Jahr hat Willi Mosel zwei Fotos aufgenommen:
Untere Bahnhofstraße – links der Kinohof, rechts die Tankstelle von Max Fritzenschaft (1941)Blick über das überschwemmte Brome. Standort bisher unidentifiziert (1941)
Uns wurde kürzlich die Übernahme eine Kutsche angeboten, die nach Einschätzung des Kutschenexperten Günzel von der Schulenburg auf das Jahr 1888 datiert wird. Leider können wir das tolle Angebot aus Platzgründen nicht annehmen.
Die Kutsche wurde vom Bromer Wagenbauer W. Wagner gebaut. Sein Betrieb befand sich in der Salzwedeler Straße 3. Eine Inschrift am Haus zeugte vor einigen Jahren noch von diesem Betrieb. Hier sind wir noch auf der Suche nach einem Foto des Gebäudes mit der Firmeninschrift!
Leider haben wir im Museum Burg Brome fast keine Informationen zu W. Wagner.
Hier Fotos der um 1888 in Brome hergestellten Kutsche zur Dokumentation:
Wir danken dem derzeitigen Eigentümer Herrn Eicke für das großzütige Angebot und die Möglichkeit zur Dokumentation dieses einzigartigen Stückes Bromer Heimatgeschichte!
Im Archiv Museum Burg Brome wird ein Interessanter Brief derer von der Schulenburg auf Beetzendorf und Apenburg an die von Bartensleben, Erbsassen zu Wolfsburg und Brome, aufbewahrt.
Im Jahr 1583 erwarb die Familie von Bartensleben Burg und Flecken Brome von denen von dem Knesebeck. Die Wolfsburg und Vorsfelde gehörten ihnen damals bereits seit Generationen. Mit dem Kauf von Brome konnten die von Bartensleben ihr Territorium nach Norden ausweiten.
Aber auch in der Altmark hatten die von Bartensleben Besitzungen, wie auch aus dem Brief hervorgeht. So gehörten im Jahr 1608 von den acht Ackerleuten in Hohentramm (zwischen Beetzendorf und Apenburg) fünf denen von Bartensleben. Die drei anderen gehörten denen von der Schulenburg.
Das überlieferte Schreiben stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648), durch den auch in unserer Heimat großer Schaden entstanden ist. So waren im Jahr 1671 von den Hohentrammer Höfen noch immer zwei wüst.
Der Brief wurde von denen von der Schulenburg auf Beetzendorf und Apenburg an die von Bartensleben, Erbsassen auf Wolfsburg und Brome am 29. März 1645 verfasst. Der genaue Inhalt scheint eine Bagatelle gewesen zu sein. Der Hohentrammer Schulze hatte unrechtmäßig einige Untertanen derer von Bartensleben gepfändet und auch noch den Herren von Bartensleben beleidigt. Die Beleidigung leugnete der Hohentrammer Schulze jedoch. Die Pfande waren, als der Brief geschrieben wurde, bereits zurückgegeben worden. Dies teilten die von der Schulenburg ihren entfernte Verwandten, denen von Bartensleben, mit. Sie riefen quasi dazu auf, den Schulzen wegen der ausgesprochenen Beleidigungen zu bestrafen.
Interessanteweise wurde der Empfänger des Briefes als „Oheimb“ -als Onkel. Die genaue Verwandtschaft ließ sich bisher nicht ermitteln.
Der Empfänger des Briefes auf Wolfsburg und Brome gibt einige Rätsel auf, da es bisher keinen zuverlässigen Stammbaum der Familie von Bartensleben gibt. Klar ist, dass Günther X. von Bartensleben (1558-1597) zwei überlebende Söhne hatte, nämlich Achatz und Güntzel von der Schulenburg. Leider kennen wir die Lebensdaten der beiden Brüder bisher nicht genau. Fest steht aber, dass Achatz von Bartensleben bereits vor Ostern 1638 verstorben sein muss, denn in der „Kornrechnung des Achatz von Bartensleben“, die sich im Adeligen Archiv Nordsteimke befindet, wird seine Witwe Catharine Dorothee von Bartensleben, geb. von Kotze, als Empfängerin der Abgaben zwischen Ostern 1638 und 1639 genannt. Deren Sohn Hans Daniel von Bartensleben (1633-1689) war damals noch minderjährig. Ob Hans Daniel noch weitere Geschwister hatte, ließ sich nicht ermitteln.
Möglich erscheint, dass der Brief an Güntzel von Bartensleben adressiert war, der nach dem Tode seines Bruders das männliche Oberhaupt derer von Bartensleben gewesen sein muss. Er war der Onkel von Hans Daniel von Bartensleben, der später das Familienoberhaupt derer von Bartensleben wurde.
Hier nur der doch eher banale Text des Briefes in einer zeilengenauen Abschrift:
Weß alß dann schlieslich gestern, vnß einschreiben von Herrn Haubt-
man eingehändiget, darauß wier die Excessl, so der Schultz
zu Hohen Tramme, wieder ihre vnterthanen alda verübet
vernommen, So haben wier denselben darüber zue
rede gesetzet, vnd ihme seinen vnfug mit gebührenden ernst
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