Ein Blog des Museums- und Heimatvereins Brome e.V.

Kategorie: Flecken Brome (Seite 2 von 24)

Der Bromer Bürgermeister Peter Berckhan (1599/1602)

Über die Bromer Bürgermeister vor dem 19. Jahrhundert ist bisher wenig bekannt. Die älteste Erwähnung eines Bromer Bürgermeisters findet sich nach derzeitigem Kenntnisstand in den Gerichtsakten aus dem Jahr 1599. Damals wird Peter Berckhan als „Burgmeister zu Brohma“ erwähnt. Er trat als Zeuge in einer Eheberedung vor dem Bromer Gericht auf. Auch in weiteren Gerichtsverhandlungen in den folgenden Jahren tritt er immer wieder als Zeuge in Erscheinung, ohne dass jedoch in den Akten sein Bürgermeisteramt erwähnt wird. Wann er genau Bürgermeister war, lässt sich nicht feststellen. Auch steht nicht fest, wie er dieses Amt erlangt hat.

Ein zweites Mal wird er in den Bromer Gerichtsakten im Jahr 1602 als Bürgermeister erwähnt.  Am 18. April 1602 wurde in Altendorf ein gewisser Bartholomeus, ein Soldat aus Angermünde, ermordet. Der Bromer Bürgermeister Peter Berckhan, der namentlich nicht genannte Schulze von Altendorf sowie Carsten Lutte besichtigten den Toten und stellten fest, dass dieser vier Wunden am Arm hatte, die von einem Brotmesser verursacht worden waren. Des Weiteren fanden sie auch eine Wunde am Rücken, eine in der Brust und eine am Kinn. Die Mutter des Ermordeten forderte ein anständiges Begräbnis, was dann auch von Amtswegen in Altendorf umgesetzt wurde. Er wurde auf dem Altendorfer Kirchhof an der Mauer begraben. Der Täter ist in der Tatnacht unerkannt geflohen. Da die Gerichtsakten nichts mehr über den Täter oder den Mord berichten, ist davon auszugehen, dass er nie erfasst wurde.

Klar ist also, dass Peter Berckhan mindestens in den Jahren 1599 und 1602 Bürgermeister war. Vielleicht finden wir zukünftig in anderen Akten noch genauere Angaben zu seiner Amtszeit und seinen Aufgaben als Bürgermeister.

Um das Gedächtnis an diesen ältesten uns bekannten Bromer Bürgermeister am Leben zu halten, wäre es doch wünschenswert, zukünftig eine Straße, einen Platz oder einen Weg nach ihm zu benennen.

Weihnachten 1921

In August Busses Fotoalbum sind einige datierte und undatierte Weihnachtsfotos zu finden. Zu Weihnachten 1917 gibt es bereits seit Längerem einen Blogbeitrag.

Eine Aufnahme ist auf das Jahr 1921 datiert. Zu erkennen sind sieben Personen. Der auf dem Sofa sitzende Mann mit der Brille ist Klempnermeister Ferdinand Busse sen. (1863-1939). Rechts neben ihm ist sein Elektromeister Ferdinand Busse jun. (*1891-?) zu erkennen. Er fasst seinem Kind Ferdinand an die Hand. Daneben sitzt seine Ehefrau. Bei dem Mann rechts im Hintergrund könnte es sich um August Busse (1899-1965) handeln, einem weiteren von Sohn Ferdinand Busse sen. .

Weihnachten 1921 bei Familie Busse in Brome. Der Weihnachtsbaum ist reich geschmückt und steht auf einem aufziehbaren, sich drehenden Weihnachtsbaumständer. Der gleiche Ständer ist auch auf dem Foto von Weihnachten 1917 zu erkennen.

Interessant sind die Bilder an der Wand. Oben links hängt das gerahmte Gruppenfoto von 1897 zum 25jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Brome, rechts daneben eine Urkunde über die Anerkennung für langjährigen Dienst (evtl. 25 Jahre) in der Freiwilligen Feuerwehr Brome ausgestellt vom Vorstand des Feuerwehrverbandes der Provinz Hannover.

Gruppenaufnahme zum 25jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Brome (1897)
Urkunde über die Anerkennung über 25jährigen Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr für Louis Steffens (Brome). Eine solche Urkunde hing, wohl auf den Namen von Ferdinand Busse sen. ausgestellt, an der Wand im Wohnzimmer. Ferdinand Busse sen. war langjähriger Hornist in der Freiwilligen Feuerwehr Brome.

Flugzeuglandungen bei Brome (um 1915/1916)

In dem Fotoalbum von August Busse finden sich zwei interessante Aufnahmen zu Flugzeuglandungen bei Brome, die leider undatiert sind. Vermutlich sind die Fotos 1915/1916 entstanden.

Auf dem einen Foto ist eine LVG B I zu sehen. Die LVG B-Typen der Luftverkehrsgesellschaft (LVG) waren zweisitzige Aufklärungs- und Schulflugzeuge der deutschen Luftstreitkräfte. Entwickelt wurde die LVG B I im Jahr 1912 und wurde dann in den Jahren 1913/14 in großer Stückzahl produziert. Die LVG B I diente v.a. als Schulungsflugzeug, wurde aber auch als Aufklärungsflugzeug an der Front im 1. Weltkrieg verwendet.

Diese LVG B I landete bei Brome. Rechts neben der Schutzscheibe ist der Bromer Elektromeister Ferdinand Busse zu sehen. Die anderen Personen sind bisher unbekannt. Vermutlich landete die Maschine während eines Schulungsfluges bei Brome.

Auf dem zweiten Foto in August Busses Fotoalbum ist eine Albatros B II-1 zu erkennen. Die Albatros B II war ein deutsches Militärflugzeug, das u.a. von den deutschen Luftstreitkräften eingesetzt wurde. Es wurde 1914 als Weiterentwicklung der Albatros BI entworfen. Bis 1915 wurde dieser Flugzeugtyp als unbewaffneter Aufklärer im 1. Weltkrieg eingesetzt. Wegen der hervorragenden Flugeigenschaften wurde die Albatros B II bis zum Ende des 1. Weltkrieges als Schulungsflugzeug weiterhin eingesetzt. Vermutlich landete sie während eines Schulungsfluges in Brome.

Albatros B II-1
Zahlreiche Zuschauer versammelten sich bei der in der Bromer Feldmark gelandeten Albatros B II-1.

Kriegsbegeisterung des Bromer Pastors Türnau (1915)

Bereits in einem früheren Blogbeitrag wurde über die Kriegsbegeisterung des Bromer Pastors Dr. Türnau berichtet. Nun haben wir dafür noch einen weiteren Beleg im Hauses Heling in Altendorf gefunden!

Am 2. August 1915 schrieb Pastor Dr. Türnau persönlich eine Postkarte an Hermann Heling, der im Reserve Infanterie Regiment 73 in der Reserve Maschinengewehr Kompanie mit dem Dienstgrad Gefreiter aktiver Soldat war. In derselben Kompanie diente auch sein Bruder Adolf Heling. Vermutlich haben damals alle aktiven Soldaten aus der Kirchengemeinde Brome-Altendorf diese Postkarte erhalten.

Die Postkarte wurde extra für die Soldaten gedruckt. Ausgeführt wurde der Druck vom Bromer Verleger und Buchhändler Wilhelm Süpke. Dass diese Postkarte extra als Feldpostkarte gedruckt wurde, lässt sich an zwei Aufdrucken erkennen: Zum einen ist über dem Adressfeld das Wort „Feldpostkarte“ bereits eingedruckt. Zum anderen findet sich oben auf der linken Seite der aufgedruckte Text:

Die Kirchengemeinde Brome-Altendorf grüßt ihre Söhne und Männer im Feld.

Auch einen persönlichen Gruß hat Pastor Türnau verfasst:

Herzlichen

Heimatgruß und

„Gott befohlen!“

sendet

Pastor Dr. Türnau

Links der handgeschriebene persönliche Gruß von Pastor Türnau, rechts die Adresse des Gefreiten Hermann Heling

Auf der Bildseite der Postkarte ist oben links ein von Pastor Dr. Türnau selbstgedichtes Gedicht zu lesen. Die beiden kolorierten Fotos zeigen die Altendorfer St. Pancratius-Kirche (links) und die Bromer Liebfrauenkirche (rechts). Das Foto der Bromer Kirche wurde vom ersten Stock des Pfarrhauses aufgenommen. Rechts weht eine Fahne (eventuell eine Reichsflagge) über dem heute nicht mehr existierenden Konfirmandensaal. Links am Bildrand ist der ebenfalls nicht mehr existierende Turm der Freiwilligen Feuerwehr Brome zu sehen.

Hochwasser in Brome 1940 und 1941

Bis zum Bau der beiden Ohreseen gab es in Brome regelmäßig Hochwasser, besonders zur Zeit der Schneeschmelze. Das letzte bekannte Hochwasser war im Jahr 1969.

Schuhmachermeister Willi Mosel (1924-2001) war seit seiner Jugend ein begeisterter Fotograf. So hat er einige bedeutende Ereignisse der Bromer Geschichte fotografisch festgehalten. Das Hochwasser im Jahr 1940 hat er mit folgendem Foto dokumentiert:

Hochwasser in der Steimker Straße (genannt Wasserstraße) 1940

Vom Hochwasser im darauffolgenden Jahr hat Willi Mosel zwei Fotos aufgenommen:

Untere Bahnhofstraße – links der Kinohof, rechts die Tankstelle von Max Fritzenschaft (1941)
Blick über das überschwemmte Brome. Standort bisher unidentifiziert (1941)
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