Bromer Postgeschichte – Ein Brief von Brome nach Uelzen aus dem Jahr 1852

Zwar begann die Bromer Postgeschichte bereits im März 1826, wie bereits in einem anderen Blogbeitrag erwähnt wurde. Allerdings wurden Briefe erst mit der Einführung von Briefmarken im Königreich Hannover im Jahr 1850 frankiert. Die ersten Briefmarken aus dem Königreich Hannover von 1850 zeigen in einem Schild, über dem das königliche Wappen, den Wert der Marke in Zahlen und die Inschrift „Franco“ und „Hannover“. Die Taxe eines einfachen Briefes, der nicht volle 1 Lot wiegt, beträgt ab 1850 auf alle Entfernungen 1 Gutegroschen.

Einen Brief aus dem Jahr 1852 befindet sich in meiner Sammlung. Er trägt eine Briefmarke zu 1 Gutegroschen. Es handelt sich somit um einen Brief, der nicht volle 1 Lot wiegt. Der Text des Briefes befindet sich auf der einen Seite. Die andere Seite dient quasi als Umschlag. Hierauf sind auf der gefalteten Vorderseite die Adresse des Empfängers zu finden, sowie die Briefmarke mit dem Rundstempel von Brome. Auf der Rückseite befindet sich ein durch das Öffnen des Briefes zerstörtes Siegel sowie die Adresse des Absenders. Der Bromer Kaufmann Friedrich Stampehl hat ihn an einen Herrn Wegener in Uelzen geschrieben. Offensichtlich war dieser Mann Spediteur, wie auch der Adresse zu entnehmen ist. Im Brief heißt es:

Herrn Wegener a Uelzen

Brome d. 29 Dec. 52

Mit Gegenwertigen ersuche Sie die für mich von Gefi Lüneburg ankommenden Waren bis zum 7ten Dec. anzuhalten.

Fr. Stampehl

Offensichtlich hat sich Stampehl beim Datum des Briefes geirrt. Zum einen trägt der Stempel das Datum 29.11., zum anderen widerspricht die Datierung auf den 29. Dezember 1852 auch dem Inhalt des Briefes. Denn Wegener sollte Stampehls Waren bis 7. Dezember anhalten.

Der Brief ist ein schöner Beleg für die frühe Bromer Postgeschichte. Mir sind nur Ganzsachen aus dieser Zeit bekannt.

Briefmarke zu 1 Gutegroschen, gestempelt am 29.11.1852 in Brome (Original: Sammlung Jens Winter)
Rückseite des Briefes mit der Adresse des Bromer Kaufmanns Friedrich Stampehl sowie mit seinem zerstörten Siegel . Auf der Innenseite steht der Text des Briefes. (Original: Sammlung Jens Winter)

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