Kriegstagebuch von Karl Tietz (April 1941 bis Mai 1942)

Am 22. April 2021 um 19 Uhr wird der MHV Brome in der zweiten digitalen Museumsplauderei den neuen Band der Reihe „Bromer Schriften zur Volkskunde“ vorstellen. In diesem Band geht es um das Kriegstagebuch des Bromer Landwirts Karl Tietz (1909-1975) von April 1941 bis Mai 1942. In dieser Zeit war Tietz als Wehrmachtssoldat mit seiner Einheit beim „Unternehmen Barbarossa“, dem Überfall auf die Sowjetunion, beteiligt. Fast täglich schrieb Tietz kurze Informationen über seine Erlebnisse nieder. Dank weiterer Quelle, u. a. von Offizieren seiner Einheit, kann Tietz Leben als Soldat recht datailliert nachvollzogen werden. Am 28. Juni 1944 geriet Tietz in sowjetische Gefangenschaft und kam erst am 14. Oktober 1955 als letzter Bromer Spätheimkehrer zurück.

Die Teilnahme an der Museumsplauderei ist kostenlos! Für die Teilnahme schicken Sie bitte eine Email an den 1. Vorsitzenden Jens Winter jahreszeit@gmx.de. Die Anmeldedaten für ZOOM werden dann spätestens am 21. April 2021 verschickt. Die Teilnehmerzahl ist auf 99 begrenzt!

Neues zur Geschichte der Gödchenmühle

Die Geschichte der Gödchenmühle bis ins 18. Jahrhundert wurde bereits vor einiger Zeit ein Blogeintrag veröffentlicht. Nun ist eine Archivalie aufgetaucht, die etwas Licht in die Geschichte um 1900 bringt. Wir wissen, dass im Jahr 1866 ein Müller Bartels die Gödchenmühle betrieb. Er erbaute auch eine Windmühle, für die er in dem erwähnten Jahr die Betriebsgenehmigung erhielt.

Anscheinend hat dann in den folgenden Jahren ein Besitzerwechsel stattgefunden, denn der Ackermann Drenkmann aus Gladdenstedt annoncierte den Verkauf der Gödchenmühle.

Leider ist bei diesem gescannten Dokument weder vermerkt, aus welcher Publikation es stammt, noch wann die Anzeige veröffentlich wurde. Dennoch erkennen wir, dass Drenkmann ein Nachfolger von Müller Bartels gewesen sein muss, denn Drenkmanns Angebot umfasste auch den Verkauf der dazugehörigen Windmühle, die 1860 genehmigt wurde.

Für weitere Hinweise zur Geschichte der Gödchenmühle sind wir dankbar!

Einschreibebrief von Brome nach Hannover aus der Inflationszeit vom 5. Juli 1923

Vor einiger Zeit wurde in diesem Blog bereits ein Einschreibebrief vom 23. August 1923 vorgestellt. Nun konnte der Verfasser dieses Beitrages einen Einschreibebrief vom 5. Juli 1923 erwerben, der ebenfalls von Vereinsbank Brome EGmbH an die Hannoversche Zentralgenossenschaftsbank gerichtet war.

Frankiert wurde dieser Einschreibebrief mit zwei Briefmarken zu je 300 Mark – also mit insgesamt 600 Mark. Das Porto für einen Brief bis 20 Gramm betrug im Juli 1923 300 Mark, hinzu kamen dann noch 300 Mark für das Einschreiben. Dieser Einschreibebrief wurde also portogerecht frankiert – im Gegensatz zu dem Einschreibebrief vom 23. August 1923.

Fischers Kaufhaus in Brome

Manchmal gibt uns unsere eigene Ortsgeschichte Rätsel auf. Heute ist ein Neuzugang in unserem Archiv angekommen, der unser Wissen über den Handel in Brome ein wenig erweitert – und weitere Fragen tauchen auf!

Diese Zeitungsanzeige, leider ohne Datum und ohne Angabe der Zeitung, ist heute angekommen. Vermutlich stammt sie aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Wir erfahren, dass Fischers Kaufhaus eine Filiale in Brome hatte – sogar mit Telefonnummer! Leider ist die genaue Adresse nicht vermerkt. Wir erfahren aber, dass das Kaufhaus mit Damen- und Herrenbekleidung handelte.

Bisher wussten wir nichts über dieses Geschäft in Brome! Hoffen wir, in Zukunft noch mehr Belege in den Händen zu halten.

Lehrer Vogel in Lessien (1875)

Der MHV Brome hat einen sehr interessanten Neuzugang in seinem Archiv, nämlich einen Brief an den Lehrer Vogel aus Lessien. Der Brief wurde am 24. Dezember [1875] in Fallersleben abgeschickt, wie der Stempel auf der Vorderseite zeigt. Auf der Rückseite ist der Eingangsstempel vom Postamt Brome auf den 24.12.75 datiert. Von Brome aus wurde der Brief dann wohl nach Lessien gebracht. Ein Brief brauchte 1875 von Fallersleben nach Brome also einen Tag. Wann der Brief dann bei Lehrer Vogel angekommen ist, wissen wir leider nicht.

Briefvorderseite mit dem Stempel von Fallersleben (datiert auf den 24.12. ohne Jahresangabe) (Quelle: Archiv MHV Brome)
Briefrückseite mit dem Eingangsstempel von Brome (24.12.75). Der Brief wurde mit dem Stempel der Superintendentur Fallersleben versiegelt. (Quelle: Archiv MHV Brome)

Interessant sind nicht nur die bereits erwähnten Poststempel. Vielmehr tangiert der Inhalt die Lessiener Ortsgeschichte! Denn mit diesem Brief wurde die Ernennung als Lehrer in Lessien offiziell bestätigt.

Hier nun der Wortlaut des Briefes:

Fallersleben, den 23. December 1875

Herrn Vogel, Lehrer

in Lessin

Herdurch zeige ich Ihnen an, daß Königliches Consistorium zu Hannover Sie unter dem 20. d.M. zum Schullehrer in Lessin ernannt hat. Ich fordere Sie demgemäß auf, sich zu Ihrer Beeidigung auf hiesiger Superintendentur

am 30. December d. J.

Morgens zwischen 10 u. 11 Uhr

einzustellen und des Weiteren zu gewärtigen.

Der Superintendent

(Unterschrift)

Der Brief des Superintendenten an Lehrer Vogel in Lessien vom 23.12.1875 (Quelle: Archiv MHV Brome)

Lehrer Vogel wurde also zum 20. Dezember 1875 als Lehrer in Lessien ernannt und sollte am 30. Dezember 1875 morgens in Fallersleben in der Superintendentur zur Vereidigung erscheinen.