Ein Blog des Museums- und Heimatvereins Brome e.V.

Kategorie: Wiswedel (Seite 2 von 6)

Als es in den Dörfern noch keine Freiwillige Feuerwehren gab

Im Archiv Museum Burg Brome ist eine Feueranzeige aus Wiswedel aus dem Jahr 1885 vorhanden. Daraus geht hervor, dass es trotz gesetzlicher Feuerordnungen und anderer vorbeugende Maßnahmen zur Brandverhütung kaum eine Möglichkeit gab Brände in Gebäuden wirkungsvoll vor Totalschaden zu bewahren.

Erst mit Gründung der Freiwilligen Feuerwehren in den Landgemeinden konnten auch hier wirksame Brandbekämpfungen durchgeführt werden.

Feueranzeige aus Wiswedel an das Königliche Landratsamt in Isenhagen vom 5. November 1885

In der Feueranzeige heißt es:

Gehorsamer Bericht des Ortsvorstehers Christoph Behne in Wiswedel: Eine Feuersbrunst betreffend.

Einem Königlichen Landrats-Amte mache ich hiermit die geforderte Anzeige, daß am letzten Mittwoch, abends 10 Uhr bei dem Ackermann H. Schulze in Wiswedel, aus unbekannten Gründen Feuer ausgebrochen ist.

Nach Aussage des in der Nähe gewesenen Nachtwächters ist das Feuer zuerst in der Scheune entstanden. Trotz dem gleich viele Menschen zur Stelle waren, wurde doch die Scheune und das Wohnhaus in Asche gelegt.

Königliches Landrats-Amt wolle das Weitere verfügen,

gehorsamst C. Behne Gemeindevorsteher.


Die Freiwillige Feuerwehr Wiswedel

Vermutlich wurde die Freiwillige Feuerwehr Wiswedel im Jahr 1911 oder 1912 gegründet. Schriftliche Unterlagen liegen darüber bislang nicht vor. Belegt ist, dass bei der Feuerspritzenfabrik Louis Tidow in Hannover-Badenstedt eine Handdruckspritze beschafft wurde.

Laut Kassenbuch der Gemeinde Wiswedel von 1911 wurde am 5. September eine 1. Rate über 835,00 Mark und am 4. Dezember die 2. Rate von 822,40 Mark an Louis Tidow gezahlt.

Einschließlich aller Nebenkosten hatte die Gemeinde 1693,48 Mark gezahlt. Die Brandkasse Hannover gewährte einen Zuschuss von 25 % und erstattete der Gemeinde Wiswedel 423,37 Mark.

Friedrich Klopp (Gastwirt) hatte sie am 4. Dezember 1911 aus Hannover abgeholt.

Von Firma Lipinski, Wittingen, wurde im September 1911 vor der Gastwirtschaft Klopp ein erster Tiefbrunnen gebohrt. Die Kosten hierfür betrugen 891,50 Mark.

Die Handdruckspritze wurde Anfang der 1970er Jahre verschrottet. Eine Schlauchhaspel ist heute noch vorhanden.

Übersicht der Ausgaben der Gemeinde Wiswedel (1911). Links oben in der zweiten Zeile von oben ist die Summe von 895 Mark an die Firma Tidow erwähnt.
Eine baugleiche Handdruckspritze von Firma Tidow hatte die Gemeinde Wiswedel 1911 beschafft. (Foto mit freundlicher Genehmigung der Feuerwehr Bierde)

Zimmermeister Heinrich Böse (1810-1882)

Johann Heinrich Friedrich Böse wurde am 11. September 1810 als Sohn des Zimmermeisters und Grundsitzers Johann Christoph Böse (1783-1840) und dessen Ehefrau Catharina Marie geb. Meyer (1784-1850) in Brome geboren. Die Familie Böse war eine Grundsitzerfamilie in der Nähe der Bromer Burg. Heute hat das ehemalige Wohnhaus der Familie die Adresse Salzwedeler Straße 2.

Die adeligen Grundsitzer wurde dort um 1775 angesiedelt. Weitergehende Informationen dazu wird es in der Sonderausstellung zu der Entwicklung rund um das Junkerende ab April 2026 im Museum Burg Brome geben.

Das Besondere an Zimmermeister Heinrich Böse ist, dass bis heute Gebäude stehen, die ihm eindeutig zugeordnet werden können. So z.B. das Haus Dorfstraße 13 in Benitz sowie einige Gebäude in Brome, Wiswedel und Zicherie.

Hier nun zwei Beispiele für Gebäude, die von Zimmermeister Böse in Wiswedel errichtet wurden. Das erste Gebäude ist die Tordurchfahrt des Hofes Richter (früher Bratze).

Ausschnitt aus einer Postkarte von Wiswedel. Rechts unter dem gemalten Bild ist eindeutig „Zimmermeister Böse“ zu lesen. Es handelt sich um die Toreinfahrt zum Hof Richter (früher: Bratze).
Tordurchfahrt vor dem Abbau (um 1980)

Auf dem Foto ist die Inschrift eindeutig zu lesen:

Johann Heinrich Christoph Bratze Anne Marie Dorothe Behne

Errichtet den 8. Mai 1868

Rechts über der Malerei steht:

An Gottes Segen ist alles gelegen.

Die Malerei zeigt einen Ackermann, der mit zwei Pferden den Acker pflügt. Darauf steht das Wort „Gastwirtschaft“.

Auf dem Balken darunter hat sich der Zimmermeister persönlich verewigt:

Zimmermeister H. Böse

Der Erbauer Johann Heinrich Christoph Bratze (1815-1890) war Krüger und Ackermann. Er heiratete am 13. November 1840 Anne Marie Dorothe Behne (1815-1894). Sie war eine uneheliche Tochter von Anne Margarete Behne. Sie errichtete am 8. Mai 1868 die Tordurchfahrt zum Dorfplatz hin.

Sein Vater Christoph Behne (1789-1842) erbaute zusammen mit seiner Ehefrau Catharina Sophie geb. Knoke (1790-1868) im Jahr 1826 das Niedersachsenhaus, welches im Hintergrund des Fotos zu sehen ist und heute noch steht.

Die historische Toreinfahrt wurde um 1980 abgebaut und durch einen Neubau ersetzt. Das historische Gebälk ist derzeit eingelagert.

Das zweite Beispiel ist ein Gebäude, dessen Standort bisher nicht eindeutig identifiziert werden konnte. Zunächst wurde angenommen, dass es sich um das Haus Boitzenhagener Straße 1 handelt. Allerdings ist an dem Haus ein ganz anderer Spruch zu lesen und außerdem fehlt der Verweis auf Zimmermeister Böse. Die Inschrift des uns bisher unbekannten Hauses trägt nach der damalige Schülerin Ilse Semmler, die Anfang der 1950er Jahre die Balkeninschrift für ein Schulprojekt abgeschrieben, folgenden Text:

Fang dein Werk mit Jesu an, Jesus hat´s in Händen. Jesum ruf um Beistand an, er wird´s vollenden. Steh mit Jesu Morgens auf, geh mit Jesu schlafen. Führ mit Jesum deinen Lauf. Laß Jesum schaffen.
Johann Heinrich Behne
Elisabeth g. Hoppe
Errichtet den 30 April 1858 ZM Heinrich Böse

Der Ackermann und Ortsvorsteher von Wiswedel, Johann Heinrich Christoph Behne wurde am 4. September 1824 geboren und verstarb am 29. November 1882. Er war verheiratet mit Anne Marie Dorothe Elisabeth geb. Hoppe (geb. 25. Januar 1821 in Zasenbeck gest. 27. Februar 1889 in Wiswedel).

Sowohl die Tordurchfahrt des Hofes Richter als auch das Niedersachsenhaus des Hofes Behne wurden vom Bromer Zimmermeister Heinrich Böse errichtet.

Weitere Funde zu Häusern, die von Zimmermeister Heinrich Böse erbaut wurden, werden wir dann in der Sonderausstellung ab April 2026 im Museum Burg Brome präsentieren.

Kriegsbegeisterung des Bromer Pastors Türnau (1915)

Bereits in einem früheren Blogbeitrag wurde über die Kriegsbegeisterung des Bromer Pastors Dr. Türnau berichtet. Nun haben wir dafür noch einen weiteren Beleg im Hauses Heling in Altendorf gefunden!

Am 2. August 1915 schrieb Pastor Dr. Türnau persönlich eine Postkarte an Hermann Heling, der im Reserve Infanterie Regiment 73 in der Reserve Maschinengewehr Kompanie mit dem Dienstgrad Gefreiter aktiver Soldat war. In derselben Kompanie diente auch sein Bruder Adolf Heling. Vermutlich haben damals alle aktiven Soldaten aus der Kirchengemeinde Brome-Altendorf diese Postkarte erhalten.

Die Postkarte wurde extra für die Soldaten gedruckt. Ausgeführt wurde der Druck vom Bromer Verleger und Buchhändler Wilhelm Süpke. Dass diese Postkarte extra als Feldpostkarte gedruckt wurde, lässt sich an zwei Aufdrucken erkennen: Zum einen ist über dem Adressfeld das Wort „Feldpostkarte“ bereits eingedruckt. Zum anderen findet sich oben auf der linken Seite der aufgedruckte Text:

Die Kirchengemeinde Brome-Altendorf grüßt ihre Söhne und Männer im Feld.

Auch einen persönlichen Gruß hat Pastor Türnau verfasst:

Herzlichen

Heimatgruß und

„Gott befohlen!“

sendet

Pastor Dr. Türnau

Links der handgeschriebene persönliche Gruß von Pastor Türnau, rechts die Adresse des Gefreiten Hermann Heling

Auf der Bildseite der Postkarte ist oben links ein von Pastor Dr. Türnau selbstgedichtes Gedicht zu lesen. Die beiden kolorierten Fotos zeigen die Altendorfer St. Pancratius-Kirche (links) und die Bromer Liebfrauenkirche (rechts). Das Foto der Bromer Kirche wurde vom ersten Stock des Pfarrhauses aufgenommen. Rechts weht eine Fahne (eventuell eine Reichsflagge) über dem heute nicht mehr existierenden Konfirmandensaal. Links am Bildrand ist der ebenfalls nicht mehr existierende Turm der Freiwilligen Feuerwehr Brome zu sehen.

Zahlungsaufforderung des Wolfsburger Gerichts an die Wiswedeler Untertanen (1826)

Im Archiv Museum Burg Brome befindet sich in den Wiswedeler Gemeindeakten ein Schreiben des Gerichts Wolfsburg an die Wiswedeler Untertanen, das auf den 26. März 1826 datiert ist. Es handelt sich um eine Zahlungsaufforderung, die von den Untertanen bis zum 10. April 1826 morgens um 9 Uhr zu begleichen war.

Bemerkenswert ist der Inhalt des Schreibens, denn darin werden 23 gerichtliche Untersuchungen aufgezählt, die von den Untertanen der Dörfer Sandkamp, der Dörfer des Boldecker Landes, dem Dorf Croya und den ehemaligen brandenburgischen Dörfern Ehra, Lessien, Wiswedel und halb Voitze zu bezahlen waren. Gleich unter Punkt 1 wird die gerichtliche Untersuchung eines in Voitze tot aufgefundenen Körpers aufgezählt. Diese muss im Jahr 1807 oder früher stattgefunden haben! Die Gebühren für die Untersuchung wurden aber erst 29 Jahre später abgerechnet. Unter Punkt 6 wird die Untersuchung eines weiteren toten Körpers, ebenfalls in Voitze aus dem jahr 1814 erwähnt. Unter Punkt 22 wird ein Brand in Jembke genannt. Vermutlich handelt es sich dabei um den Brand im Jahr 1824, nach dem auch die Bromer Bürger für die Abgebrannten gespendet hatten. Die anderen aufgezählten Untersuchungen sind leider nicht datiert.

Die Gesamtsumme für alle Döfer belief sich auf über 337 Reichstaler. Der Anteil der Wiswedeler Untertanen betrug 12 Reichstaler 12 Groschen 2 Pfennig. Den Erhalt dieser Summe quittierte der Gerichtsbote Böwing am 25. Juni 1826 im benachbarten Steimke.

Hier der Text des Dokuments:

Da die durch folgende Untersuchungen

  1. wegen eines zu Voitze gefundenen toden Körpers, weshalb die Gemeinde Voitze auf das letzte Ausschreiben vom 8ten Sept. 1807 an Unkosten 14 Thlr. 9 ggr abgezogen hat,
  2. wegen des Inquisiten Sauerwatd
  3. wegen Dedekind
  4. wegen einer Besichtigung zu Oslos wegen Tietge
  5. wegen Worckmeister
  6. wegen eines im Jahr 1814 zu Voitze gefundenen todten Körpers
  7. wegen Bischof zu Tappenbeck
  8. wegen einer im Zollhause entwendeten Uhr
  9. wegen des Färber Krüger
  10. wegen des Grosgebausschen Todtschlags
  11. wegen des Pferdediebes Olfermann
  12. wenige des bei Evers in Sandkamp verübten Diebstahls
  13. für mehrmalige Bestellung und Jistierung der Sophie Lohmann nach Gifhorn
  14. wegen des Brandes der Weihäuser Mühle
  15. wegen eines Bäumediebstahls zu Sandkamp
  16. wegen des zu Sandkamp arrestierten Daubert
  17. wegen des Deserteur Koch zu Tappenbeck
  18. wegen des mit einem Meßer verwundeten Kauschischen Kindes zu Jemcke
  19. wegen des ehemaligen Soldat Müller zu Tappenbeck
  20. wegen des Brandes zu Tappenbeck inso weit eine Erstattung nicht erfolgt ist,
  21. wegen des Schraderschen Wagens in Jemcke
  22. wenige des Brandes zu Jemcke
  23. wegen des Franerschen Diebstahls zu Bockensdorf

verursachte, und sich auf

337 thlr 1 ggr – ch-

belaufende baare Auslagen wozu ein jeder der combinirten Unterthanen des Dorfs Sandcamp, Croye, des Boldeckerlandes und die der permutirten Dörfer, mit Ausnahme der ganz kleinen Leute zu Jemcke, Barwedel, Ehra und Croye, welche bei diesen Dörfern besonders aufgeführt werden sollen,

12 thlr 6 ggr 2 ch Covent Münze auf zu bringen hat, so wird den Eingeseßenen hierdurch anbefohlen, diese Vorschüße binnen 4 Wochen und spätestens in termino

den 10ten April Morgens 9 Uhr auf der Gerichtsstube zu Brome bey H. Landvoigt Krause ein zu bringen.

Wolfsburg den 8ten Merz 1826

Gräfl. Schulenburgsch. Gerichte

[Unterschrift]

12 thlr 6 ggr 2 ch conventtions müntze habeich Richtig erhalten solges ich hirmit quitire

Steimkcke d 25 Juny 1826

Böwing der GerichtsBote

Brief des Anbauers Christoph Pohlmann aus Wiswedel an das Amt Isenhagen (1869)

Bereits in einem früheren Blogbeitrag wurde kurz auf die Geschichte der drei Wiswedeler Hirtenhäuser eingegangen. Am 28. März 1859 kaufte der Schäfer Christoph Pohlmann eines der drei Hirtenhäuser.

Anscheinend war bereits sein Vater Johann Friedrich Christopher Paulmann/Pohlmann Hirte in Wiswedel gewesen. Er wurde am 25. Oktober 1780 in Wesendorf/Wahrenholz geboren und verstarb am 11. November 1855 in Wiswedel. Er war seit dem 30. August 1816 mit Ilse Marie Dorothea Paulmann/Pohlmann geb. Schmidt verheiratet. Sie wurde im Jahr 1798 geboren und verstarb zu einem bisher unbekannten Zeitpunkt nach dem 27. Mai 1869.

Der Schäfer Christopher Pohlmann wurde am 21. September 1816 in Kästorf geboren und verstarb am 19. März 1878 in Wiswedel. Er heiratete am 13. November 1846 Anna Marie Sophie Pohlmann, geb. Knoke (1824-1898). Ihr Sohn Heinrich Friedrich Christoph Pohlmann wurde am 17. Dezember 1847 in Wiswedel geboren und verstarb dort am 16. November 1917. Über die beiden anderen Kinder wissen wir bisher nur das, was aus dem unten stehenden Brief hervorgeht.

In einem Brief, datiert auf den 27. Mai 1869, wandte sich Christoph Pohlmann an das Amt Isenhagen mit der Bitte, seinen ältesten Sohn Heinrich Friedrich Christoph vom Militärdienst freizustellen. In diesem Schreiben schildert er eindrücklich seine schwierige persönliche Situation, die ihn zu dieser Bitte bewog. Er schreibt, dass seine Ehefrau seine gebrechliche 73jährige Mutter sowie seine über Monate erkrankte jüngste Tochter pflegte. Auch beschreibt er die Mühen seiner Arbeit als Tagelöhner detailliert. Er bat inständig darum, seinen Sohn vom Militärdienst zu befreien, da er zu Hause für die Ernährung der Familie unabkömmlich gewesen wäre.

Hier der Brief im Wortlaut:

An das Königlich Preußische Amt Isenhagen

Reclamation

des Anbauers Christoph Pohlmann

in Wiswedel

vom 27. Mai 1869

„Die vorläufige Befreiung seines Sohnes, des Militärpflichtigen Heinrich Friedrich Christoph Pohlmann aus dem Geburtsjahr 1847, vom activen Militärdienste betreffend.

Mein Sohn ist im vorigen Jahre bei der Untersuchung des Militairpflichtigen als dienstpflichtig angesetzt, dann später mit einem Urlaubspasse entlassen, und bis jetzt nicht zum activen Dienste eingefordert.

Da meine Verhältnisse früher der Art waren, daß ich keine triftigen Gründe hatte um die Befreiung meines Sohnes vom Militairdienste nachzusuchen, so enthielt ich mich aller Reclamationen. Erst in den letzten Monaten haben sich meine häuslichen Verhältnisse so gestaltet, daß ich mich gedrungen sehe, um die vorläufige Befreiung meines Sohnes nachzusuchen.

Ich habe nur eine kleine Anbauerstelle mit in Allem etwa 3 Morgen Grund und Boden, darauf ruhet eine Schuldenlast von 400 rt. – Ich habe außer Frau und 2 noch unmündigen Kindern meine Mutter, eine Frau von 73 Jahren, die durch fortwährende Gicht fast ganz verkrüppelt ist zu ernähren und zu pflegen. Meine jüngste Tochter, ein Kind von 10 Jahren, ist seit Februar d. J. krank und muß fortwährend beaufsichtigt werden. Meine Frau, die auch nur schwächlich ist, kann weiter nichts thun, als nur die kranke Mutter und Tochter beaufsichtigen und verpflegen, die Besorgung des Hauswesens liegt mir mit ob. Ich bin somit der einzige Erwerber und muß, da ich kein Handwerk treibe, durch Tagelohn den Unterhalt zu erwerben suchen. Da ich nun aber bei etwas schwerer Arbeit immer Blut auslasse, dieselbe also meiden muß, wenn ich mich nicht ganz zu Grunde richten will, – da ich außerdem die häusliche Arbeit mit verrichten muß, – so ists mir rein unmöglich, durch Tagelohn bei dem Bauern so viel zu verdienen, daß ich die Zinsen bezahlen, die Lasten und Abgaben trage, Arzt und Apotheker bezahle und die allernöthigsten Lebensbedürfnisse herbeischaffe. Ich habe deshalb meinen ältesten Sohn, den Militairpflichtigen schon im Winter zu Haus nehmen müssen, damit der in Tagelohn gehe und mit dadurch die Ernährung der Familie möglich mache.

Unter diesen Umständen glaube ich mit Zuversicht die Bitte vortragen zu dürfen:

Königliches Amt wolle gütigst vermitteln, daß mein Sohn vorläufig vom dem activen Militairdienste befreiet bleibe.

In der Hoffnung, daß diese meine Bitte, zu der mich nur die augenblickliche Noth treiben konnte, geneigte Berücksichtigung finden werde, empfiehlt sich

Des Königlichen Amtes

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