Ein Blog des Museums- und Heimatvereins Brome e.V.

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Hochzeitszeitungen: Wenn das Dorf zur Redaktion wurde

Wer heute in alten Familienschränken blättert, stößt manchmal auf ein Papier, das auf den ersten Blick verwirrt: eine Zeitung mit Jahrgang, Nummer und Erscheinungsort – doch statt Weltpolitik stehen dort Verse über die Kindheit einer Braut, Scherzanzeigen über verkaufte Junggesellenschuhe und amtlich klingende Urteile eines „Ehe-Gerichts”. Es handelt sich um eine Hochzeitszeitung, auch Festzeitung genannt: eine von Angehörigen und Freunden eigens für eine einzige Feier verfasste, zeitungsförmig gestaltete Schrift, die aus einer Hochzeit lachend Bericht erstattet.

Eine Mode des 19. Jahrhunderts

Die Wurzeln dieser Gattung liegen im 19. Jahrhundert, jener Epoche, in der die Zeitung selbst zum Alltagsgegenstand wurde. Steigende Alphabetisierung, billigeres Papier und schnellere Druckverfahren machten die Presse in den Jahrzehnten nach 1850 allgegenwärtig – und genau das, was jeder kannte, ließ sich parodieren. Man wusste, wie eine Zeitung aussah, welche Rubriken sie hatte, in welchem Ton ihre Leitartikel und Kleinanzeigen verfasst waren. Dieses vertraute Format bot sich an, um es für private Feste umzufunktionieren.

Parallel entstand eine ganze Familie verwandter Formen: Festzeitungen zu Vereinsjubiläen, zu runden Geburtstagen, zu politischen Gedenktagen. Für die Hochzeitszeitung im Besonderen lassen sich über den Antiquariatshandel reale Exemplare bis in die 1890er Jahre zurückverfolgen – aus Dresden, Hamburg, Karlsruhe, Annaberg. Um 1900 war die Gattung in den Städten längst etabliert und gedruckt. Wann genau sie den Weg in die niedersächsische Provinz fand, lässt sich aus der Forschungsliteratur nicht belegen – wissenschaftlich ist die Hochzeitszeitung bislang kaum aufgearbeitet. Zwei Fundstücke aus dem Archiv Museum Burg Brome liefern dafür jedoch handfeste eigene Belege.

Brome, 1930: Als Emma Pape „Frau Schaefer“ wurde

Am 10. September 1930 heiratete in Brome die Landwirtstochter Emma Pape den jungen Reinhold Schaefer. Zur Feier erschien eine vierseitige „Hochzeits=Zeitung”, selbstbewusst als „Jahrgang 1, Nummer 1” firmierend – als wollte sie tatsächlich eine fortlaufende Publikation begründen. Auf der Titelseite, gerahmt von Scherenschnitt-Illustrationen eines Brautpaars mit Blumenkindern, steht ein Motto-Gedicht, das den Ton für die folgenden Seiten setzt:

Festlich prangen Bromes Hallen,
Hochzeitsglocken hört man schallen,
Und der frohe Zug der Gäste
Strömt zu Schaefers Hochzeitsfeste.

Was folgt, ist ein kleines Kompendium der Gattung. Drei Lieder auf bekannte Melodien erzählen in komischen Versen, wie Reinhold um Emma warb; ein „Schäferlied” – ein Wortspiel auf den Familiennamen des Bräutigams – widmet sich den Brauteltern, ein weiteres Gedicht der Jugend des Bräutigams in Altendorf. Besonders lebendig wird die Zeitung in ihrer Rubrik „Verschiedenes”: ein gutes Dutzend kurzer, mit Pseudonymen oder Initialen gezeichneter Meldungen, offenkundig von verschiedenen Hochzeitsgästen eingereicht. Da sucht „Opa” Rat, wie man ohne Umweg über eine Pension gleich Großmutter wird, da bittet „Fips” um Begleitung zu rheinischem Wein, und ein anonymer Scherzbold vermeldet, in Brome ein „Acker- und Kutschpeitschenverleihgeschäft” eröffnet zu haben. Den Abschluss bildet ein Anzeigenteil samt „Amtlichem” – eine Persiflage auf behördliche Bekanntmachungen, in der die (Schwieger-)Mutter der Braut den „Diebstahl” von Emmas Herz meldet und dem Täter verzeiht, „wenn derselbe verspricht, das gestohlene Gut bis an sein Lebensende als wertvollsten Schatz zu hegen und zu pflegen”.

Benitz, 1938: Eine Festzeitung mit Zeitgeschichte im Kleingedruckten

Acht Jahre später, am 20. Mai 1938, wiederholte sich das Ritual im wenige Kilometer entfernten Benitz, als Irmgard Appel und August Lagemann heirateten. Auch hier entstand eine vierseitige Zeitung, diesmal unter dem Titel „Festzeitung”, mit einem fiktiven „unverantwortlichen Redakteur in Vollbüttel” und der Ankündigung, die „zweite Nummer” werde erst zur Silberhochzeit am 20. Mai 1963 erscheinen – ein Scherz, der die Zeitungsfiktion noch weiter treibt als das Brome-Vorbild acht Jahre zuvor.

Auch inhaltlich folgt die Benitzer Zeitung demselben Muster: ein einleitendes Lied „Dem Brautpaare”, eigene Festlieder für Braut und Bräutigam mit Kindheitsanekdoten, Verse an beide Elternpaare, ein Anzeigenteil mit Neckereien unter Verwandten und Bekannten. Sogar das Motiv des gestohlenen Herzens kehrt wieder, hier als Persiflage eines „Amts- und Ehe-Gerichts”:

Seine gerechte Strafe fand heute der hier bekannte August Lagemann. Er hatte einer jungen Dame erst ganz tief in die Augen gesehen, ihr dann den Kopf verdreht und dann das Herz geraubt. Das Urteil lautet auf lebenslängliche Ehe.

Was die Benitzer Zeitung von ihrem Brome-Pendant unterscheidet, ist ein kleiner, aber vielsagender Fund im Kleinanzeigenteil. Zwischen Scherzen über Schwiegermütter und Aussteuerkosten findet sich dort eine „Anordnung”, die den nationalsozialistischen Vierjahresplan für die Dauer der Hochzeitsfeierlichkeiten „außer Kraft” setzt – unterzeichnet von einem „A. Lagemann, Bezirksbauernführer”, einem realen Amt der NS-Agrarverwaltung. Wo die Brome-Zeitung von 1930 noch völlig unpolitisch blieb, hat sich das Vokabular des NS-Staates 1938 bereits so selbstverständlich in den Alltag eingeschrieben, dass es selbst in einer harmlosen Familienpersiflage auftaucht – ein kleines, aber deutliches Zeugnis dafür, wie tief die Zeitläufte in die private Festkultur hineinreichten.

Zwei Dörfer – ein gemeinsames Muster

Legt man beide Zeitungen nebeneinander, fällt vor allem eines auf: wie sehr sie sich gleichen, obwohl sie aus verschiedenen Dörfern, von verschiedenen Familien und im Abstand von acht Jahren entstanden. Derselbe Aufbau, dieselben Rubriken, sogar dieselben Scherzmotive – das spricht dafür, dass die Hochzeitszeitung in der Region um Brome längst keine Ausnahmeerscheinung mehr war, sondern eine feste, allgemein bekannte Festtradition, die man kannte, erwartete und mit sichtlicher Sorgfalt umsetzte. Beide Familien stammten aus der Landwirtschaft, beide Zeitungen wurden erkennbar von mehreren Händen getragen – ein kollektives Werk der Hochzeitsgesellschaft, wahrscheinlich koordiniert von den Trauzeugen, aber gespeist aus den Beiträgen zahlreicher Gäste.

Damit fügen sich die beiden Fundstücke in das größere Bild, das sich aus überregionalen Belegen skizzieren lässt: Was in den 1890er Jahren in den Städten als bürgerliche Mode begann, hatte spätestens in der Zwischenkriegszeit auch die niedersächsische Provinz erreicht und war dort so gefestigt, dass zwei voneinander unabhängige Dorfhochzeiten fast identische Zeitungen hervorbrachten. Ob dahinter mündliche Überlieferung, gegenseitige Nachahmung benachbarter Dörfer oder gar gedruckte Vorlagenhefte standen, bleibt vorerst offen – eine Frage, die sich vielleicht klären lässt, sobald weitere Exemplare aus dem Archiv digitalisiert sind.

Wer selbst noch eine alte Hochzeitszeitung im Familienschrank liegen hat – und sei sie noch so vergilbt und fleckig –, dem sei ans Herz gelegt, sie dem Museums- und Heimatverein Brome zu zeigen. Jedes Stück erzählt nicht nur von einer Hochzeit, sondern auch ein wenig von seiner Zeit.

Hochzeitsfoto von Emma, geb. Pape und Reinhold Schaefer (10.09.1930)
Hochzeit von August und Irmgard Lagemann (20. Mai 1938)
Hochzeit von August und Irmgard Lagemann – links neben dem Haus das Festzelt.

Zimmermeister Heinrich Böse (1810-1882)

Johann Heinrich Friedrich Böse wurde am 11. September 1810 als Sohn des Zimmermeisters und Grundsitzers Johann Christoph Böse (1783-1840) und dessen Ehefrau Catharina Marie geb. Meyer (1784-1850) in Brome geboren. Die Familie Böse war eine Grundsitzerfamilie in der Nähe der Bromer Burg. Heute hat das ehemalige Wohnhaus der Familie die Adresse Salzwedeler Straße 2.

Die adeligen Grundsitzer wurde dort um 1775 angesiedelt. Weitergehende Informationen dazu wird es in der Sonderausstellung zu der Entwicklung rund um das Junkerende ab April 2026 im Museum Burg Brome geben.

Das Besondere an Zimmermeister Heinrich Böse ist, dass bis heute Gebäude stehen, die ihm eindeutig zugeordnet werden können. So z.B. das Haus Dorfstraße 13 in Benitz sowie einige Gebäude in Brome, Wiswedel und Zicherie.

Hier nun zwei Beispiele für Gebäude, die von Zimmermeister Böse in Wiswedel errichtet wurden. Das erste Gebäude ist die Tordurchfahrt des Hofes Richter (früher Bratze).

Ausschnitt aus einer Postkarte von Wiswedel. Rechts unter dem gemalten Bild ist eindeutig „Zimmermeister Böse“ zu lesen. Es handelt sich um die Toreinfahrt zum Hof Richter (früher: Bratze).
Tordurchfahrt vor dem Abbau (um 1980)

Auf dem Foto ist die Inschrift eindeutig zu lesen:

Johann Heinrich Christoph Bratze Anne Marie Dorothe Behne

Errichtet den 8. Mai 1868

Rechts über der Malerei steht:

An Gottes Segen ist alles gelegen.

Die Malerei zeigt einen Ackermann, der mit zwei Pferden den Acker pflügt. Darauf steht das Wort „Gastwirtschaft“.

Auf dem Balken darunter hat sich der Zimmermeister persönlich verewigt:

Zimmermeister H. Böse

Der Erbauer Johann Heinrich Christoph Bratze (1815-1890) war Krüger und Ackermann. Er heiratete am 13. November 1840 Anne Marie Dorothe Behne (1815-1894). Sie war eine uneheliche Tochter von Anne Margarete Behne. Sie errichtete am 8. Mai 1868 die Tordurchfahrt zum Dorfplatz hin.

Sein Vater Christoph Behne (1789-1842) erbaute zusammen mit seiner Ehefrau Catharina Sophie geb. Knoke (1790-1868) im Jahr 1826 das Niedersachsenhaus, welches im Hintergrund des Fotos zu sehen ist und heute noch steht.

Die historische Toreinfahrt wurde um 1980 abgebaut und durch einen Neubau ersetzt. Das historische Gebälk ist derzeit eingelagert.

Das zweite Beispiel ist ein Gebäude, dessen Standort bisher nicht eindeutig identifiziert werden konnte. Zunächst wurde angenommen, dass es sich um das Haus Boitzenhagener Straße 1 handelt. Allerdings ist an dem Haus ein ganz anderer Spruch zu lesen und außerdem fehlt der Verweis auf Zimmermeister Böse. Die Inschrift des uns bisher unbekannten Hauses trägt nach der damalige Schülerin Ilse Semmler, die Anfang der 1950er Jahre die Balkeninschrift für ein Schulprojekt abgeschrieben, folgenden Text:

Fang dein Werk mit Jesu an, Jesus hat´s in Händen. Jesum ruf um Beistand an, er wird´s vollenden. Steh mit Jesu Morgens auf, geh mit Jesu schlafen. Führ mit Jesum deinen Lauf. Laß Jesum schaffen.
Johann Heinrich Behne
Elisabeth g. Hoppe
Errichtet den 30 April 1858 ZM Heinrich Böse

Der Ackermann und Ortsvorsteher von Wiswedel, Johann Heinrich Christoph Behne wurde am 4. September 1824 geboren und verstarb am 29. November 1882. Er war verheiratet mit Anne Marie Dorothe Elisabeth geb. Hoppe (geb. 25. Januar 1821 in Zasenbeck gest. 27. Februar 1889 in Wiswedel).

Sowohl die Tordurchfahrt des Hofes Richter als auch das Niedersachsenhaus des Hofes Behne wurden vom Bromer Zimmermeister Heinrich Böse errichtet.

Weitere Funde zu Häusern, die von Zimmermeister Heinrich Böse erbaut wurden, werden wir dann in der Sonderausstellung ab April 2026 im Museum Burg Brome präsentieren.

Hochzeitskarte von Selma Jordan und Willy Pohlmann aus Benitz

In dem postalischen Nachlass der Familie Jordan aus Wendischbrome ist ein Zufallsfund zu Tage getreten – die handgeschrieben Einladung zur Hochzeit von Selma Jordan und Willy Pohlmann aus dem Jahr 1936.

Der Text der Einladungskarte lautet:

Hermann Jordan u Frau u Sohn Hermann

laden wir zu unserer am Sonnabend den 4. Juli in Braunschweig stattfindenden Hochzeitsfeier freundlichst ein. Die Trauung findet um 2 Uhr in der Paulikirche statt, die Feier im Börsenlokal in Braunschweig. Gemeinsame Abfahrt zur Trauung 10 min. vor 2 Uhr vom Börsenlokal.

Treffpunkt eine halbe Stunde vorher daselbst.

Benitz, im Juni 1936    Selma Jordan Willy Pohlmann

Um baldige Antwort wird gebeten, da das Lokal es verlangt.

Handgeschriebene Einladungskarte von Selma Jordan und Willy Pohlmann an die Familie des Wendischerbomer Gastwirts Hermann Jordan

Eingeladen wurden mit dieser Karte der Wendischbromer Gastwirt Hermann Jordan (1875-1953), seine Frau Frieda, geb. Kamieth (1892-?) sowie ihr Sohn Hermann Jordan (1911-?). Ihre beiden jüngeren Kinder Anneliese (1921-2000) und Hans-Werner (1928-1944) waren nicht mit eingeladen. Die Trauung fand nicht in der Bromer Kirche, sondern in der Sankt Pauli Kirche in Braunschweig statt, die nachfolgende Hochzeitsfeier im Börsenlokal in Braunschweig.

Die Hochzeit fand in Braunschweig statt, da die Eltern der Eheleute nicht mit der Eheschließung einverstanden waren. Selmas Eltern hatten für sie einen wesentlich älteren Mann ausgesucht, was sie aber nicht wollte.

Nach der Trauung lebte das Ehepaar Pohlmann noch eine Zeit in Braunschweig. Doch auch nach ihrer Rückkehr nach Benitz war das Verhältnis zwischen dem Ehepaar und Selmas Eltern sehr schwierig und es hat lange gedauert, bis sie sich wieder vertagen haben.

Selma Pohlmann, geb. Jordan war die Erbin der Gast in Benitz. Hier eine Postkarte mit der Gastwirtschaft Jordan, später dann Gastwirtschaft Pohlmann:

Postkarte von Benitz (um 1928) – oben links die Gastwirtschaft Jordan, später Gastwirtschaft Pohlmann
Postkarte von Benitz mit der Gastwirtschaft Pohlmann (oben links und rechts) – vermutlich 1960er Jahre

Das Grab der Eheleute Pohlmann befindet sich auf dem Benitzer Friedhof:

Kriegsbegeisterung des Bromer Pastors Türnau (1915)

Bereits in einem früheren Blogbeitrag wurde über die Kriegsbegeisterung des Bromer Pastors Dr. Türnau berichtet. Nun haben wir dafür noch einen weiteren Beleg im Hauses Heling in Altendorf gefunden!

Am 2. August 1915 schrieb Pastor Dr. Türnau persönlich eine Postkarte an Hermann Heling, der im Reserve Infanterie Regiment 73 in der Reserve Maschinengewehr Kompanie mit dem Dienstgrad Gefreiter aktiver Soldat war. In derselben Kompanie diente auch sein Bruder Adolf Heling. Vermutlich haben damals alle aktiven Soldaten aus der Kirchengemeinde Brome-Altendorf diese Postkarte erhalten.

Die Postkarte wurde extra für die Soldaten gedruckt. Ausgeführt wurde der Druck vom Bromer Verleger und Buchhändler Wilhelm Süpke. Dass diese Postkarte extra als Feldpostkarte gedruckt wurde, lässt sich an zwei Aufdrucken erkennen: Zum einen ist über dem Adressfeld das Wort „Feldpostkarte“ bereits eingedruckt. Zum anderen findet sich oben auf der linken Seite der aufgedruckte Text:

Die Kirchengemeinde Brome-Altendorf grüßt ihre Söhne und Männer im Feld.

Auch einen persönlichen Gruß hat Pastor Türnau verfasst:

Herzlichen

Heimatgruß und

„Gott befohlen!“

sendet

Pastor Dr. Türnau

Links der handgeschriebene persönliche Gruß von Pastor Türnau, rechts die Adresse des Gefreiten Hermann Heling

Auf der Bildseite der Postkarte ist oben links ein von Pastor Dr. Türnau selbstgedichtes Gedicht zu lesen. Die beiden kolorierten Fotos zeigen die Altendorfer St. Pancratius-Kirche (links) und die Bromer Liebfrauenkirche (rechts). Das Foto der Bromer Kirche wurde vom ersten Stock des Pfarrhauses aufgenommen. Rechts weht eine Fahne (eventuell eine Reichsflagge) über dem heute nicht mehr existierenden Konfirmandensaal. Links am Bildrand ist der ebenfalls nicht mehr existierende Turm der Freiwilligen Feuerwehr Brome zu sehen.

Brand in Benitz 1851

Bisher unbekannt in der Geschichte des Dorfes Benitz ist ein Brand, der sich im Sommer 1851 ereignet hatte. Dabei sind anscheinend zwei Wohngebäude abgebrannt. Möglich erscheint aber auch, dass die Abgebrannten in einem Gebäude (zur Miete?) gewohnt haben. Die Abgebrannten waren die Witwe des Benitzers Schäfers Fricke sowie eine Frau Behne, über die wir bisher nichts weiter wissen. Beide Frauen waren definitiv keine Vollhöfer, vielmehr gehörten sie zu den ärmeren Einwohnern von Benitz.

In Brome wurde eine Sammlung zugunsten der Abgebrannten durchgeführt. Hierzu sind im Archiv Museum Burg Brome zwei Zettel mit den geleisteten Spenden erhalten.

Auf dem einen Zettel, auf dem einige Textverluste zu verzeichnen sind, heißt es:

[Fü]r die Schäfer Ww. Fricke und [Textverlust] Behne in Benitz als Abgebrannte sind zusammen gebracht

von Jocken Mutter 2 Mützen, wenn die mit dem Striche die Schäfer Ww., die Andere [Textverlust] Behnen haben soll.

von Stendel Oekens 4 ggr

von Schuhmstr. Lindmüller 2 ggr

von Mertens Mutter 2 ggr

von Bierstedt 2 ggr

von Stampehl baar 4 ggr auch jeder Frau eine Herings Tonne und noch kleine Gefäße

solches ist July 26ten 51 den Leuten eingehändigt Brome July 26ten 1851

Der Bürgermeister

Stampehl

256

Auf dem anderen Zettel ist zu lesen:

Für die Abgebrannten in Benitz sind eingekommen

von Jocken Mutter 2 Mützen

von Lindmüller 2 ggr

von Stendel 4 ggr

von Bierstedt 2 ggr

von Mertens Mutter 2 ggr

von Stampehl baar 4 ggr und mehrere Gefäße

baar 14 ggr so den beyden Abgebrannten laut Bestimmung vertheilt sind

Brome, den 26ten July 1851

Der Bürgermeister

Stampehl

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